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Noteinsatz : Atemluft-Alarm in Großwäscherei

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Gewerbegebiet Friedrichstädter Straße: Sieben Mitarbeiter der Krankenhaus-Zentralreinigung Sitex kamen ins Krankenhaus. Der Betrieb steht still.

von
erstellt am 19.Jul.2017 | 11:14 Uhr

Wegen Atembeschwerden sind sieben Mitarbeiter der privaten Krankenhaus-Zentralwäscherei Sitex in Rendsburg gestern in Kliniken eingeliefert worden. Nach einem Notruf gegen 6 Uhr evakuierten die Rendsburger Feuerwehr und der Rettungsdienst das Gebäude am Suhmsberg im Gewerbegebiet an der Friedrichstädter Straße, berichtete die Polizei. Der Wäschereibetrieb wurde eingestellt. Wehrführer und Einsatzleiter Gerrit Hilburger gab bekannt, dass Luftmessungen keine Auffälligkeiten zeigten. Etwa 85 Kräfte der Feuerwehr, des Löschzugs Gefahrgut (LzG) des Kreises Rendsburg-Eckernförde, der Rettungsdienst-Kooperation in Schleswig-Holstein sowie des Deutschen Roten Kreuzes waren im Einsatz.

Die Schicht in der Wäscherei begann um 6 Uhr. 34 Mitarbeiter hielten sich in dem Gebäude auf. Hilburger zufolge klagten zunächst fünf über Atembeschwerden. „Das ist in den vergangenen Tagen und Wochen immer wieder aufgetreten“, sagte er. Gestern aber meldete eine Vorarbeiterin das Problem. „Der zuständige Sicherheitsbeauftragte hat vorsorglich Kontakt zum Krankenhaus aufgenommen, um sie gesundheitlich untersuchen zu lassen“, sagte Achim Paul, geschäftsführender Gesellschafter der Simeonsbetriebe GmbH mit Sitz in Minden (Nordrhein-Westfalen), die zur Sitex-Gruppe gehört. Das Krankenhaus schickte Rettungswagen. Sieben Frauen im Alter zwischen 40 und 50 Jahren wurden in Krankenhäuser in Rendsburg und Kiel gebracht. Hilburger zufolge waren sie alle in derselben Abteilung tätig. Der Betrieb beliefert Krankenhäuser mit steriler OP-Wäsche und arbeitet für die Lebensmittelbranche, erläuterte Geschäftsführer Paul. „Wir machen keine chemische Reinigung, sondern setzen haushaltsübliche Waschmittel und Dampf ein“, gab er an.

Hilburger ließ sich eine Liste der im Gebäude gelagerten Gefahrstoffe geben. Rendsburger Feuerwehrmänner führten daraufhin unter Atemschutz in der Abteilung Luftmessungen durch. „Wir habe keine Verunreinigung chemischer Art festgestellt“, berichtete LzG-Leiter Lars Wichmann. Zudem betraten LzG-Einsatzkräfte die Wäscherei in Chemikalienschutzanzügen mit Atemschutzgeräten, um von der Staatsanwaltschaft angeordnete Luftproben zu entnehmen. Sie sollten in der Umweltwache der Berufsfeuerwehr Hamburg analysiert werden. Die Polizei ermittelt, wartet aber zunächst das Ergebnis der Luftmessungen ab. Nach gestrigem Kenntnisstand des polizeilichen Umweltschutztrupps sind weder Umweltschäden noch ein Chemieunfall zu beklagen. Hilburger bemerkte aber: „Wir haben eine Staubbelastung aus Polyesterfasern.“ Die Stäube entstünden durch Trocknungsprozesse und wirbelten durch die Luft. „Das ist bestimmt nicht gesund.“

Sitex-Geschäftsführer Paul betonte: „Es ist alles in Ordnung. Wir haben sehr vorsorglich gehandelt. Es ist eine Riesenwelle gemacht worden. Aus meiner Sicht ist es etwas übertrieben eskaliert.“ Er bedauerte, dass er gestern keine Freigabe für die Fortführung des Betriebs erhielt. Sitex betreibt zehn Standorte in Norddeutschland mit mehr als 2000 Mitarbeitern, davon arbeiten 60 in Rendsburg.

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