Der Weg zur Freiheit – und zurück : Asylbewerber auf der Bühne

„Der Weg zur Freiheit“: Der Premierentermin für das Stück steht noch nicht fest.
„Der Weg zur Freiheit“: Der Premierentermin für das Stück steht noch nicht fest.

Flüchtlinge aus sechs Ländern stellen ihre Vergangenheit in der Heimat und ihr Leben in Deutschland vor. Sie studieren ein Theaterstück ein, in dem ihre eigenen Erfahrungen eine Rolle spielen. Das Projekt wird vom Landestheater unterstützt.

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13. März 2014, 06:00 Uhr

„Das habe ich nicht gewusst“, ist die spontane Reaktion vieler Zuschauer, die das dokumentarische Drama der Theatergruppe „Szol Ha“ verfolgt haben. Darin stellen Asylbewerber ihre Vergangenheit in der Heimat, die Flucht und ihr jetziges Leben in Deutschland dar.

„Szol Ha“ ist ein Begriff aus dem afghanischen Paschto und bedeutet „Frieden“. Die Theatergruppe ist ein Projekt des Vereins Umwelt, Technik, Soziales (UTS) unter Leitung von Rosana Trautrims und wird von der Stadt Rendsburg im Rahmen des Xenos-Projektes und vom Schleswig-Holsteinischen Landestheater unterstützt. Mitwirkende sind Asylbewerber aus Afghanistan, Saudi-Arabien, Aserbaidschan, Syrien, aus dem Iran und aus dem Jemen.

Der Verein UTS wiederum unterstützt mit dem Projekt „Arbeitsmarktservice“ Flüchtlinge bei der Arbeitssuche, beim Finden von Ausbildungsplätzen, beim Nachholen schulischer Bildung und beim Lernen der deutschen Sprache. Die Beraterinnen Sabine Bleyer und Rosana Trautrims, ergänzt durch ehrenamtliche Kräfte, verhelfen auch zur Teilnahme an kulturellen und sportlichen Angeboten, um die Kommunikation in der neuen Umgebung zu ermöglichen. Dank der Unterstützung können die Asylbewerber ihr Deutsch verbessern. Durch das Mitwirken bei „Szol Ha“ bekommen die Flüchtlinge die Möglichkeit, ihre Geschichte zu erzählen, sie zu reflektieren und zu verarbeiten.

Aref Samsor ist als 16-Jähriger vor den Taliban aus Afghanistan geflohen, die in seinem Dorf mehrere Familienangehörige ermordet haben. Er lebt seit 2011 in Deutschland. Durch „Szol Ha“ hat er den Deutschen Norman kennen gelernt. Die beiden sind sich durch das Theater näher gekommen. Das Interesse anderer war für Aref eine neue Erfahrung.

Das Theaterstück „Der Weg zur Freiheit – und zurück“ schildert die Geschichte von Kamran, einem Flüchtling aus dem Iran, von seinen Freunden aus dem Asylheim und von Matthias, einem deutschen Jungen. Die Namen sind erfunden, die Erzählungen authentisch. Auch die Gerichtsurteile zu Aufenthalt und Abschiebung sind Zitate. „Die Proben sind häufig dramatisch,“, sagt Rosana Trautrims, „weil ein Wort manchmal der Auslöser Richtung Vergangenheit ist.“

Aref, Norman und die anderen Mitwirkenden fiebern der Premiere entgegen. Wer das Ensemble unterstützen will, kann Kontakt aufnehmen: UTS-Arbeitsmarktservice, Rosana Trautrims, Telefon 04331/ 9 45 36 37 (trautrims.ist@utsev.de).


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