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Rendsburg-Eckernförde : Asphaltkratern geht es an den Kragen

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Für die Fahrbahndeckensanierung gibt es in diesem Jahr mehr Mittel. Wenn das Land zustimmt, stehen 3,1 Millionen Euro zur Verfügung. Für das Geld werden Kreisstraßen auf einer Länge von insgesamt 14,45 Kilometer erneuert.

shz.de von
erstellt am 15.Jan.2014 | 06:00 Uhr

Das Problem maroder Straßen im Kreis Rendsburg-Eckernförde wird an kaum einem Ort klarer: Wer bei Beringstedt nach Süden in Richtung Puls in Steinburg unterwegs ist, fährt auf einer Buckelpiste. Die Kreisstraße 85 ist dort etliche Male geflickt worden. Doch kaum ist die Kreisgrenze überquert, geht es auf einer glatten Asphaltdecke weiter. Eine Wohltat für Autofahrer nach der Tortur vor der Grenze.

Die Straßen im Kreis sind eben nach wie vor in einem schlechten Zustand. Doch in diesem Jahr wird es ein wenig besser: Insgesamt werden 3,7 Millionen Euro in die Ausbesserung der schlimmsten Strecken gesteckt. „So viel haben wir bisher noch nicht gehabt“, sagt Martin Kurowski. Er ist in der Verwaltung für das Kreisstraßennetz mit einer Länge von rund 500 Kilometern zuständig. Der Löwenanteil von rund 3,1 Millionen Euro dient der Deckensanierung. Für die restlichen 600 000 Euro werden einzelne Schadstellen ausgebessert.

In der Vergangenheit hatte der Kreis für die Deckensanierung weit weniger Geld eingeplant. Im Jahr 2013 waren es zwei Millionen Euro. Davon brachte der Kreis eine halbe Million auf, während der Rest vom Land getragen wurde. Für 2014 hat der Kreistag der Verdoppelung des Anteils zugestimmt: Rendsburg-Eckernförde stellt eine Million Euro zur Verfügung. „Wir hoffen auf eine Förderung von 75 Prozent vom Land“, sagt Martin Kurowski. Da ihm zufolge nicht alle Kosten förderfähig sind, kommt er auf einen Landesanteil von 2,1 Millionen Euro. Der Kreis rechnet mit einem positiven Förderbescheid im März. Dann kann der Landesbetrieb Straßenbau sieben Strecken mit einer Gesamtlänge von 14,45 Kilometern sanieren (siehe Infokasten rechts). Die Investitionen des Kreises seien „relativ viel“, bestätigt auch Matthias Forster, der stellvertretende Leiter des Landesbetriebs in der Niederlassung Rendsburg. Dabei werde auf die Wirtschaftlichkeit geachtet, die Sanierung ganzer Decken also mit punktuellen Ausbesserungen abgewogen. Die sieben Strecken werden durchschnittlich auf zwei Kilometern abgefräst und neu asphaltiert. Dazu sind Martin Kurowski zufolge Vollsperrungen von etwa zwei Tagen pro Baustelle nötig. „Wenn wir die gesamte Fahrbahnbreite in einem Stück asphaltieren, entsteht keine Mittelnaht – die würde später als erstes wieder aufreißen. Wir versuchen die Sanierungen aber auf die Oster-, Sommer- und Herbstferien zu verteilen, um den Schulbusverkehr nicht zu behindern“, sagt er.

Auch für die Ausbesserung einzelner Schadstellen steht in diesem Jahr mehr Geld bereit. Während 2013 für 500 000 Euro auf 18 Strecken einzelne Schlaglöcher, Risse und Verwerfungen in der Oberfläche repariert wurden, sind es nun 600 000 Euro. Wo die eingesetzt werden, steht noch nicht fest. „Wir warten ab, wie die Situation nach dem Winter ist“, sagt Martin Kurowski.

Insgesamt sieht er die Sanierung der Kreisstraßen „auf einem guten Weg“. Allerdings nur, wenn zukünftig das Mittelniveau gehalten werde. „Jetzt schaffen wir ordentlich etwas weg. Es ist aber eher ein Hinterherlaufen, ohne näher zu kommen“, sagt der Experte. Um der Lage Herr zu werden, müsste der Kreis eine Erneuerungsrate von 25 Kilometern pro Jahr erreichen. Dabei wird zugrunde gelegt, dass eine Straßendecke 20 Jahre lang hält. „Das würde aber 4,5 Millionen Euro kosten“, sagt er. Klar ist auch ihm: Wenn in der Vergangenheit mehr in den Erhalt der Straßen investiert worden wäre, hätte der Kreis nun nicht mit dem Rückstand zu kämpfen. Deshalb wird die K85 zwischen Beringstedt und der Kreisgrenze auch weiterhin eine Holperstrecke bleiben. In diesem Jahr steht sie jedenfalls noch nicht auf der Sanierungsliste des Kreises.

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