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BBZ am NOK : Asbest: Firmen zahlen Schadenersatz

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Vergleich vor dem Landgericht Kiel: Ein Architektur- und zwei Ingenieurbüros zahlen 180 000 Euro an den Kreis Rendsburg-Eckernförde für die Folgen des Asbest-Unfalls im Berufsbildungszentrum am Nord-Ostsee-Kanal im Jahr 2010.

shz.de von
erstellt am 26.Jan.2014 | 13:24 Uhr

Die jahrelange Hängepartie hat ein Ende: Der Kreis Rendsburg-Eckernförde wird für die hohen Kosten der Asbest-Beseitigung im Gebäude des Berufsbildungszentrums (BBZ) am Nord-Ostsee-Kanal entschädigt. Die Streitparteien haben sich jetzt vor dem Landgericht Kiel geeinigt. Demnach bekommt der Kreis 180 000 Euro von den beteiligten Firmen. Der Streitwert betrug allerdings rund 450 000 Euro.

Die Nachricht hatte in den Sommerferien des Jahres 2010 für großes Aufsehen gesorgt: Während der Sanierungsarbeiten im BBZ-Gebäude an der Herrenstraße war es zu einer Verseuchung mit Asbestfasern gekommen. Das Unglück wurde jedoch erst nach mehreren Tagen bemerkt. Da hatte sich der giftige, Krebs erregende Staub bereits in fast allen Räumen des Gebäudes ausgebreitet, eine aufwändige Säuberung wurde nötig (wir berichteten).

Vor Beginn der Sanierungsarbeiten hätten die beteiligten Firmen feststellen müssen, ob sich Asbest-Baustoffe in dem Gebäude befanden, hatte die Kreisverwaltung bereits Ende 2010 festgestellt. Als sie sich mit dem Rendsburger Architekturbüro und zwei beteiligten Ingenieurbüros nicht einigen konnte, zog die Verwaltung vor Gericht. Dort ist es nun zu einem Vergleich gekommen, der die Zahlung von 180 000 Euro vorsieht – jede der drei Firmen übernimmt 60 000 Euro. Der Gesamtbetrag beträgt rund 40 Prozent des geforderten Streitwertes von knapp 450 000 Euro. Die Differenz von 270 000 Euro entspricht den Kosten, die angefallen wären, wenn die asbesthaltigen Stoffe rechtzeitig festgestellt und entsorgt worden wären.

„Es ist gut, dass wir eine Einigung gefunden haben, so können wir den Vorgang nun abschließen“, sagt Dr. Martin Kruse, Fachbereichsleiter für Regionalentwicklung, Bauen und Schule beim Kreis. Der Gang vor das Oberlandesgericht als nächste Instanz wäre zwar auch möglich gewesen, doch das stelle ein gewisses Prozessrisiko dar. Zudem sei ein Rechtsstreit über drei Jahre mehr als genug. Es sollte schließlich kein Schuldiger gesucht, sondern eine Einigung erzielt werden.

Zwei Fachfirmen säuberten damals das Gebäude, so dass der Schulbetrieb nach den Sommerferien wieder aufgenommen wurde. Jedoch stark eingeschränkt: Von 48 Klassenräumen waren nur 17 nutzbar. Um überhaupt zu unterrichten, wurden Container auf dem Schulhof aufgestellt, Räume zusätzlich angemietet und Werkstätten zu Unterrichtszwecken umfunktioniert.

Zudem bestand der Verdacht, dass rund 50 Mitarbeiter der Schule und der Baufirmen mit Asbestfasern in Berührung gekommen waren. Die Namen wurden erfasst und an die Unfallkasse Nord weiterleitet, damit die Betroffenen untersucht werden konnten.

Der Umbau des 1975 gebauten Hauses ist noch nicht abgeschlossen. Zurzeit entsteht ein Erweiterungsbau mit sechs weiteren Klassenräumen, der in der Woche nach den Sommerferien fertig sein soll.

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