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Landwirtschaft : As noch Heu un Runkeln futtert worrn

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Heu un Runkelröven weern fröher Winterfudder för de Köh op’n Stall. Dormit harrn de Buern ’n Barg Arbeid. Hüüttodags hett sik veles ännert.

Sommerdags, wenn de Köh buten lepen un morgens un abends in Melkkabens molken worrn, müss von de anneren Hoffarbeiters dorför sorgt warrn, dat dat Winterruugfudder för dat gesamte Rindveeh ünner Dack bröcht un in de Röven in de Mieten rinkemen. Wenn dat Gras in Sommer hoch noog wussen weer, worr dat meiht un achteran mit Hölp von Sünn un Wind dörch Wennen un Opschütteln dröcharbeit. Amenn worr dat dröge Heu in Diemens oder Reuters sett, dormit dat erstmal ut den Witterungsinfluss rutkeem.

Intwischen weern de Stickröven in en schulig utsöchtes Beet utseit worrn un de Runkelröven in Regen op plögte Land dippelt worrn. Weern na’n paar Wekenstiet de Steckröven int Beet knapp twee Handbreet groot worrn, denn worr de Grund mit’n Fork oplockert un de losen Stecklings bi handvollwies in Körv daan. Achteran güngt denn an’t Planten in de frisch opplögte Eer rin.

Nu keem de Tiet, wo je na Witterung ümschichtig Heu maakt worr, de Runkeln vereenzelt un de Stickröven hackt warrn müssen. Övern Juli hin staken de Daglöhners dat Heu von de Diemens op Ledderwagens un bröchen dat to Böhn. Wenn in Harvst dat Korn afaarnt weer, denn kunn al mal döscht warrn för Brotkorn un Kohschrot un ok för Fudder- un Streustroh.

Dorna worrn de Runkeln trocken, oplaadt un in lange Feldmieten afleggt. De worrn gegen Frost mit Stroh afdeckt, denn ünnern mit Sand gegenplöögt un achteran bit babenhin ganz todeckt. Opletzt kemen de Steckröven ut de Eer rut un worrn inmiet‘. De Steckröven schullen avers gern bit Wiehnachtstiet opfuddert ween, wiel se later blots noch wenig Karotin harrn.

Erst as sik gegen 1200 vele hollännsche glovensverfolgte Hugenotten mit ehr Kenntnissen över de Melkwirtschaft in de Wilstermasch un in’t Ostholsteensche ansiedeln dörvsten un dor op Pachtgrönland von de Grootbedrieven Hollännereen inrichten un bedreven, worrn de Grootbuern wies, woveel Geld dormit to verdenen weer.

Dat duerst avers noch en paar hunnert Jahren, bit de Buern sik ut de Hollännerverdrääg lösen un de Meierhööf in egen Regie föhren kunnen. Se setten toerst ut de Schweiz ranhalte Obermelkers (Oberschweizer) in, de je na Hoffgrötte mit ehre Ünnerschweizers, Stallhölpers un Melkdeerns en egen lütten Staat in de gesamte Hoffwirtschaft billen.

Düsse Melkwirtschaften op son Meierhööf harrn männigmal noch bit na’n letzten Weltkrieg hin Bestand, dat bedüüdt, so lang, bit de Lohnkosten dat Melkgeld meisto opfreten deen, de Gootsherr sick en VW leisten kunn un de Oberschweizer in sien Mercedes seet.


Un hüüt?



Mit der starken Mechanisierung in der Landwirtschaft nach 1945 spezialisierten sich die Betriebe zunehmend. Viele absolute Grünlandbetriebe stockten ihre Bearbeitungsflächen durch Grünlandzupachtungen oder –zukauf auf, um ihre Herden vergrößern zu können und die Vollexistenz zu erhalten. Höfe mit guten Ackerböden sorgten ihrerseits mit Zusammenlegungen, Landzukäufen oder Zupachtungen dafür, eine sichere Existenzgrundlage zu erhalten.

Die Mechanisierung veränderte nach 1945 besonders die Arbeitsabläufe in den Milchbetrieben. Nach der Karrenentmistung über den Kettenentmister etablierte sich letztendlich nach der Laufstallhaltung die Gülleentmistung. Die Fütterung von Hand mit Rüben-, Heu- und Strohvorgeben ist heute weitgehend durch teilautomatisierte Silagefütterung mit leistungsangepassten Kraftfutterzugaben abgelöst worden. Die Kraftfuttemenge können sich die Rinder aber auch über den ganzen Tag verteilt mit Hilfe eines um den Hals gehängten Transponders, ihrer Milchleistung entsprechend, aus einem Schrotspender abrufen.

Das Handmelken ist zuerst durch Kannenmelkanlagen, dann durch Rohrmelkanlagen mit Fischgrätenmelkständen oder Melkkarussells und teilweise auch durch Melkcomputer ersetzt worden. Mit Ausnahme von Biobetrieben gibt es heute nur noch wenige echte Mischbetriebe mit Ackerbau, Viehzucht und -mast.

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