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Rendsburg : Arne Feldhusen besucht Kino und altes Kinderzimmer

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der Regisseur nutzte die Vorstellung seines neuen Films zu einem Abstecher in die alte Heimat am Kanal.

shz.de von
erstellt am 12.Sep.2017 | 13:45 Uhr

Nach dreieinhalb Jahren löste Arne Feldhusen sein Versprechen ein: Im Februar 2014 hatte der Regisseur im Rahmen der Promotion-Tour für „Stromberg – Der Film“ zugesagt, einmal ins Rendsburger Kinocenter zurückzukehren. Nach dem Start seines neuen Streifens „Magical Mystery oder: Die Rückkehr des Karl Schmidt“ erinnerte ihn Kinobetreiberin Nicole Claussen an die Zusage von damals und lud den in Rendsburg aufgewachsenen Filmemacher zu einer Sondervorstellung seines aktuellen Werks ein. Feldhusen willigte ein und stellte sich den Fragen des Publikums in einem fast ausverkauften Kinosaal.

Der Abstecher des Regisseurs in die Heimat am Kanal war nicht Teil der offiziellen Kinotour zu „Magical Mystery“. Vielmehr nutzte der Wahlberliner die Gelegenheit, neben der Veranstaltung in dem mehr als 100 Jahre alten Lichtspielhaus auch seine Eltern einmal wieder zu besuchen. „Ich habe im Moment sehr wenig Zeit und war lange nicht in Rendsburg. Es ist aber schön, mein altes Kinderzimmer mal wieder zu sehen“, erzählte der 45-Jährige.

Er arbeitet aktuell an einer TV-Serie, deren Titel er allerdings nicht verraten darf. Feldhusen ist häufiger im Fernsehen als auf der Leinwand vertreten, unter anderem mit dem „Tatortreiniger“. Nach „Stromberg“ ist „Magical Mystery“ erst sein zweiter Kinofilm. „Bei Filmen mit hohem Budget wollen auch immer viele Leute mitreden. Ich halte gern alles in einer Hand, was bei günstigeren TV-Produkten noch möglich ist“, berichtete der Regisseur. Auf den Regiestuhl kam Feldhusen übrigens eher zufällig. Nach seinem Abitur an der Herderschule ging er nach Köln und absolvierte dort seinen Zivildienst. Nach verschiedenen Jobs und Praktika bekam der Filmemacher irgendwann selbst die Möglichkeit zu inszenieren. Er habe zum Teil für große europäische Regisseure gearbeitet, schilderte Feldhusen, sie beobachtet und sich häufig gedacht: „Das würde ich anders machen!“

Die Fragen der Kinobesucher zielten so auch weniger auf seinen neuen Film ab, sondern auf die Arbeit als Regisseur allgemein. Wie er an die Darsteller rankommen würde, wollte einer der Gäste wissen. Mit Charly Hübner habe er den TV-Film „Vorsicht vor Leuten“ gedreht und Bjarne Mädel sei mittlerweile sein bester Freund, erläuterte Feldhusen, der den Schauspieler bereits in „Stromberg“, „Mord mit Aussicht“ und „Der Tatortreiniger“ besetzt hatte. Einen anderen Besucher interessierte, ob der Regisseur Verbindungen zu Axel Prahl („Tatort“) habe, der aus Eutin stammt und früher im Rendsburger Landestheater auf der Bühne stand. „Ich habe mit ihm mal in der Tanzschule gesteppt. Das musste er für’s Theater lernen“, antwortete Feldhusen.

Nach der Fragestunde wurde es dunkel in der vor kurzem vollständig renovierten „Tonhalle“. In „Magical Mystery“ geht es um Karl Schmidt (Charly Hübner), der Filmfreunden noch aus Leander Haußmanns Kultfilm „Herr Lehmann“ bekannt sein dürfte. Karl lebt in den 1990-er Jahren in einer Drogen-WG in Hamburg und nimmt das Angebot seines alten Freundes Ferdi an, der ein Techno-Label betreibt und gemeinsam mit seinen Künstlern durch Deutschland touren möchte. Karl, mittlerweile abstinent, soll die Rolle des Fahrers übernehmen und aufpassen, dass nichts schief geht. Karl wurde im Vorgängerfilm übrigens noch von Detlev Buck gespielt, der nun die Rolle des Ferdi inne hat. „Ich wollte eigentlich aus diesem Haußmann-Lehmann-Kosmos raus, doch Buck ist einfach zum Casting gekommen und wollte unbedingt mitspielen“, berichtete Arne Feldhusen, der selbst zahlreiche Erinnerungen an die Technozeit der 90-er hat. Er habe während der gesamten Oberstufe als DJ im „Baumgarten“ in Ahlefeld-Bistensee gearbeitet, verriet er. „Diese Zeit ist nicht unwichtig, und die Musik, die damals entstanden ist, war international sehr erfolgreich. Ich wollte das Gefühl von damals vermitteln. Und wie das Ganze auf jemanden wirkt, der gerade aus der Anstalt kommt.“

„Magical Mystery“ wie auch schon „Herr Lehmann“ basieren auf Romanen von Sven Regener.

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