Serie "150 Jahre Rotes Kreuz" : "Armut hat junge Gesichter"

Werben für den DRK-Kinderhilfsfonds: Hannelore Dittmer, Ute Delfs, Inge Schade, Birte Karstens (Firma Schröder & Partner) und Renate Bockisch (von links).

Werben für den DRK-Kinderhilfsfonds: Hannelore Dittmer, Ute Delfs, Inge Schade, Birte Karstens (Firma Schröder & Partner) und Renate Bockisch (von links).

DRK-Kreisverband hebt mit den Ortsvereinen einen Kinderhilfsfonds aus der Taufe - 9. und letzter Teil der Serie.

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12. April 2013, 08:43 Uhr

RendsBurg | Wenn ein Kind bei strahlendem Sommerwetter in Gummistiefeln zur Schule kommt, wenn es beim Schwimmunterricht immer verdruckst am Beckenrand steht, weil es keinen Badeanzug dabei hat - dann ist etwas nicht in Ordnung. "Armut hat junge Gesichter" stellt das Deutsche Rote Kreuz fest und fordert zum Handeln gegen diese Entwicklung auf. Der Kreisverband Rendsburg-Eckernförde mit seinen 80 Ortsvereinen nimmt sich jetzt gezielt dieser Problematik an - vor der eigenen Haustür. Ein Kinderhilfsfonds wurde gegründet, um die Fördermöglichkeiten auf ein sicheres Fundament zu stellen.

"Wir wollen einzelnen Kindern und Jugendlichen direkt und unbürokratisch helfen", sagt Inge Schade, DRK-Kreisvorsitzende aus Nindorf bei Hohenwestedt. Dabei hoffen die Initiatorinnen auf die Mitarbeit aller Ortsvereine. Alle seien angeschrieben worden, berichtet Schade: "Um flächendeckend Hilfe anbieten zu können, soll Kontakt zu allen Schulen und Kindergärten aufgenommen werden." Geplant ist, Kooperationsvereinbarungen zwischen dem Kinderhilfsfonds und der jeweiligen Einrichtung abzuschließen.

Das DRK setzt auf feste Ansprechpartner in Kindergärten und Schulen. Der Wunsch nach Unterstützung muss jeweils von einer pädagogischen Fachkraft gestellt werden. "Es ist wichtig, dass das Geld nicht in die Hände der Eltern kommt", meint Hannelore Dittmer, die den Hilfsfonds als Vorsitzende des Ortsvereins Rendsburg und als Mitglied des Kreisvorstandes mit aus der Taufe gehoben hat. "Wir wollen uns nicht in das Leben der Betroffenen einmischen, sondern den Kindern helfen, dass sie nicht abseits stehen müssen", ergänzt Inge Schade.

"Es geht hierbei um soziale Teilhabe", fügt Renate Bockisch, Vorstandsmitglied aus Ascheffel, hinzu. Das Taschengeld für eine Klassenfahrt, der Obolus fürs Schulfrühstück wurden als mögliche Beispiele genannt. Selbstverständlich könne auch Beratung angeboten, Hilfe vermittelt werden.

Mittlerweile haben etliche DRK-Ortsvereine und -Kreisverbände diese Fördermöglichkeiten geschaffen, um Kinder und Jugendliche in misslicher Lage zu unterstützen. So ist der DRK-Kreisverband Kiel seit Jahren aktiv. Auch in den Kreisen Stormarn, Pinneberg und Schleswig-Flensburg gebe es DRK-Kinderhilfsfonds. Positive Erfahrungen hat beispielsweise der DRK-Ortsverein Kropp gemacht, wie der stellvertretende Vorsitzende Uwe Buchholz auf Nachfrage erklärt. Insbesondere mit der Schule habe sich eine gute und intensive Zusammenarbeit ergeben. "Die Nachfrage ist immer da", sagt Buchholz und bestätigt die Notwendigkeit dieser Fördermöglichkeit.

Natürlich muss der Kinderhilfsfonds einen finanziellen Inhalt erhalten, wer dazu beitragen will, sollte sich an die DRK-Kreisgeschäftsstelle, Telefon 04331/1383 (Ute Delfs), wenden. Den Grundstock legte mit einer 500-Euro-Spende die Rendsburger Firma Schröder & Partner. Weitere Zuwendungen werden bald benötigt, wenn der Hilfsfonds seine Arbeit für Kinder und Jugendliche aufnehmen soll.

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