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Arbeitslos nach Herzinfarkt: Wie eine Altenpflegerin zurück in den Beruf fand

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

shz.de von
erstellt am 31.Okt.2014 | 15:20 Uhr

Jahrelang hatte Maria Boye (58) als Altenpflegerin gearbeitet. Die examinierte Fachkraft mochte diesen Beruf und kniete sich rein – buchstäblich. Doch der körperliche Einsatz ging auf Kosten der Gesundheit. Vor drei Jahren war Schluss. Nach einem doppelten Bandscheibenvorfall, zwei Herzinfarkten und weiteren Leiden verlor die Rendsburgerin ihren Job. Sie konnte ihren erlernten Beruf nicht mehr ausüben und stand mit Mitte 50 vor dem Nichts.

Wie Maria Boye ergeht es vielen Menschen. Sie haben ein Handwerk gelernt und müssen aus gesundheitlichen Gründen passen. Ein Beispiel ist der Friseur, der eine Allergie gegen bestimmte Stoffe bekommt. Ein anderes der Zimmermann, der einen Bandscheibenvorfall erleidet. Auch psychische Leiden oder Burnout können Gründe sein, den Beruf aufzugeben.

Hilfe gibt es bei einem Unternehmen in Osterrönfeld: Die Beruf Förderung Rehabilitation (BFR) Schleswig-Holstein GmbH hat sich darauf spezialisiert, Menschen ins Erwerbsleben zurückzuführen. „Reha geht vor Rente“, sagt Geschäftsführer Heiko Stöver. „Wir unterstützen eine dauerhafte betriebliche Wiedereingliederung.“ Man berate und coache die Teilnehmer von der individuellen Entwicklung einer neuen beruflichen Perspektive über vorbereitende Schulungen und konkrete Bewerbungen bis zum Eintritt in einen wohnortnahen Betrieb.

Ein Schwerpunkt der Tätigkeit von Stöver und seinem Team aus Sozial- und Arbeitspädagogen ist die zweiwöchige Berufsfindung. Nach den ersten drei Tagen wird ein Leistungsprofil erstellt. „Die Rentenversicherung möchte wissen, für welchen Beruf der Teilnehmer geeignet ist.“ Der zweite Schwerpunkt, die Integration in den Beruf, dauert neun Monate. Entweder der Teilnehmer durchläuft eine Umschulung oder es geht zurück in die alte Branche, nur unter veränderten Bedingungen. So wie bei Maria Boye. Sie arbeitet wieder in einem Altenheim, jetzt aber nicht mehr als Pflegerin. Stattdessen betreut sie die Senioren tagsüber, ist frei von Beschwerden und zufrieden. „Die Hilfe der BFR war optimal.“

Das 2013 gegründete Unternehmen ist seit Juni in einem Neubau in der Werner-von-Siemens-Straße 31 ansässig. Heute findet das Richtfest für einen Erweiterungsbau nebenan statt. Jeden Dienstag von 15 bis 17 Uhr bietet die BFR am Firmensitz eine kostenlose Beratung an.

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