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Ausbildungsstart : Arbeit mit Gesetzen und Menschen

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

In den Rathäusern der Region haben neun Auszubildende zum Verwaltungsfachangestellten ihren Dienst am 1. August angetreten. Unter ihnen ist die Umschülerin Nina Burr.

shz.de von
erstellt am 06.Aug.2014 | 06:00 Uhr

Wer in diesen Tagen etwas in einem der Rathäuser der Region zu erledigen hat, dem werden neue Gesichter auffallen. In und um Rendsburg haben zum 1. August neun Männer und Frauen ihre Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten begonnen.

Drei von ihnen arbeiten in Fockbek. Zu ihnen gehört Nina Burr. Die 36-Jährige macht eine zweieinhalbjährige Umschulung. Ihr alter Beruf bereitete ihr keine Freude mehr. Sie hat Diplom-Übersetzerin für Englisch und Spanisch studiert und sechs Jahre als Selbstständige gearbeitet. „Aber es hat nicht funktioniert. Es ist ein hart umkämpfter Markt. Der Preisdruck war zu groß.“ Da sie ein Händchen für den Umgang mit Gesetzestexten hat, entschloss sie sich, eine Karriere in der Verwaltung zu starten. „Sechs Wochen habe ich nach einem Umschulungsplatz gesucht und dabei vier Verwaltungen gefragt, aber es gab keine freien Plätze mehr.“

Die schriftliche Bewerbung in Fockbek brachte schließlich den Erfolg. „Als die Anfrage kam, haben wir diese intern erörtert“, sagt Bürgermeister Holger Diehr. Da Nina Burr eine spastische Lähmung hat und beim Gehen beeinträchtigt ist, mussten Fragen nach der Barrierefreiheit im Vorwege geklärt werden. „Ich bin froh, dass alle ihr Okay gegeben haben. Damit bekommt Nina Burr die Perspektive, die sie braucht.“ Wichtig sei die Frage der Weiterbeschäftigung. „Ich sehe dafür Chancen“, so der Bürgermeister.

Zusammen mit Burr haben Hannah Friedrich (16) und Lennart Jochintke (17) die dreijährige Ausbildung begonnen. Für Hannah Friedrich war früh klar, welchen Weg sie beruflich einschlagen möchte: „Ich habe zwei Praktika gemacht, die in Richtung Verwaltung gingen. Außerdem wollte ich mit Menschen arbeiten.“ Die ersten drei Monate der Ausbildung wird sie im Bürgerbüro arbeiten. Die ersten drei Tage gefielen ihr sehr gut. „Mir sind die Computer-Programme gezeigt worden, und einem Kunden habe ich bereits geholfen. Er wollte einen Personalausweis.“ Ihr Kollege Lennart Jochintke beginnt seine Ausbildung in der Personalabteilung. Für ihn ist ebenfalls der Kontakt mit Menschen wichtig. „Ich wollte einen Beruf, bei dem ich nicht nur hinter der PC-Tastatur eingeklemmt bin.“

Friedrich und Jochintke sind unter 100 Anwärtern für die begehrten Ausbildungsplätze ausgewählt worden. In einem ersten Auswahlverfahren wurden 80 Bewerbungen aussortiert. „Wir schauen auf die Zeugnisse“, erklärt Rolf Böhrnsen, stellvertretender Ausbildungsleiter. Bei den Deutsch- und Mathenoten sei es wichtig, dass keine Vieren oder Fünfen dabei sind. In der zweiten Runde absolvierten die 20 Jugendlichen einen Einstellungstest. Dieser besteht aus einem Diktat, Rechenaufgaben und Fragen zum Allgemeinwissen. Wer dort überzeugte, wurde zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Böhrnsen: „Wir haben besonders auf das Auftreten geachtet und nach Dingen gefragt, die im Test nicht so gut liefen. So konnten wir erkennen, ob sich die Bewerber weiter mit den Themen beschäftigt haben.“

Kurz vor Weihnachten bekamen Friedrich und Jochintke die Zusage für ihre Ausbildungsplätze. Im Januar unterschrieben sie ihre Verträge. Damit gehören sie jetzt zu den insgesamt acht Azubis verschiedener Jahrgänge in Fockbek. Jedes Jahr werden ein bis zwei Auszubildende eingestellt. Die Bewerbungsfrist für 2015 ist bereits verstrichen. „Für nächstes Jahr liegen uns um die 50 Bewerbungen vor“, sagte Personalsachbearbeiterin Julia Bestmann. Wer seinen Traumberuf Verwaltungsfachangestellter in Fockbek lernen möchte, muss sich im Juni und Juli kommenden Jahres für 2016 bewerben.

 

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