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Vor dem Amtsgericht : Apple-Diebstahl im Paketzentrum

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

25-jähriger Rendsburger hatte es auf Technik und Süßes abgesehen. Amtsrichter verurteilt ihn zu einer Geldstrafe.

Der junge Mann betritt das Amtsgericht in Begleitung eines Polizisten – der Beamte musste ihn von zu Hause abholen und bis in den Saal führen. „Warum sind Sie nicht freiwillig erschienen“, fragt Amtsrichter Jörg Napirata den 25-jährigen Rendsburger. „Keine Ahnung“, antwortet der Angeklagte betont lust- und teilnahmslos. Er zuckt nur kurz mit den Schultern, einen Anwalt hat er nicht an seiner Seite. Ihm wird vorgeworfen, im März und April 2013 im Verteilzentrum des US-Lieferdienstes UPS in Rendsburg unerlaubt Pakete geöffnet und den Inhalt an sich genommen zu haben. In zehn Fällen soll der 25-Jährige zusammen mit einem Komplizen vier Macbooks und fünf iPhones der Marke Apple sowie zwei Pralinenschachteln entwendet haben, um die Ware anschließend zu verkaufen. Gestern wurde der 25-Jährige wegen mehrfachen Diebstahls in Tateinheit mit Verletzung des Postgeheimnisses zu einer Geldstrafe verurteilt.

„Wir haben rausgefunden, dass in den Paketen die Apple-Produkte zu finden sind“, erzählt der Angeklagte, als er zu seinen Motiven befragt wird. „Es war ein leichtes Spiel, da ranzukommen. Dann ist aus einem Mal mehr geworden.“ Die Macbooks seien 950 Euro wert gewesen, den Weiterverkauf habe sein Mittäter erledigt. Um die iPhones habe er sich gekümmert. „Da ist nicht viel bei rumgekommen.“ Auch zwei Pralinenschachteln der Marken Wagner und Hussel zählten zur Beute des Duos.

Ob er kein schlechtes Gewissen gehabt habe, will der Richter noch wissen. „Im Nachhinein auf jeden Fall. Man hat sich ja nicht so Gedanken gemacht, welche Folgen das haben könnte.“

Der Staatsanwalt fordert eine Geldstrafe von insgesamt 1500 Euro, der Richter lässt Milde walten. 450 Euro muss der Paketdieb nun in 30-Euro-Raten abstottern. „Für Sie spricht, dass sie alles eingeräumt haben“, sagt Jörg Napirata. Und auch die Tatsache, dass der 25-Jährige zuvor noch nie mit dem Gesetz in Konflikt gekommen sei. Der Rendsburger zeigt sich erleichtert und nimmt das Urteil sofort an. Er absolviert eine Lehre zum Mechaniker bei einem Unternehmen im Raum Rendsburg. „So kriegt mein Arbeitgeber davon nichts mit, und ich kann meine Ausbildung fortsetzen.“

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erstellt am 11.Nov.2015 | 06:00 Uhr

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