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Ein Star aus der Region : Applaus für den Meister der Puppen-Comedy

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Bauchredner Jörg Jará aus Achterwehr begeistert das Publikum in der Waldorfschule. Rendsburg war die zweite Station seiner Herbst-Tournee.

„Der is’ nich’ ganz dicht, er hört Stimmen. Seien sie nett zu ihm“, warnte Professor Karl Friedrich Jensen das Publikum im Festsaal der Freien Waldorfschule durch einen Schlitz im Vorhang. Und dann kam der so freundlich und einfühlsam Vorgestellte auf die Bühne. Schlank, im dunklen Anzug, sehr seriös, und er gesteht: „Ich habe schon immer Stimmen gehört.“ Und nicht nur das, er hat ihnen sogar ein Gesicht gegeben. Denn auf der Bühne stand Jörg Jará, einer der führenden deutschen Bauchredner, und mit ihm Puppen wie der nörgelnde Opa Erwin Jensen, Bruder des Professors, der Vogel Olga, die 82-jährige Helga Sommer oder der Furcht einflößende Türsteher-Typ Lutz-Maria Adam.

Mit einer alten Socke fing die Karriere des gebürtigen Flensburgers, der jetzt in Achterwehr lebt, an. Eine rote Socke über die Hand gezogen, zwei Tischtennisbälle als Augen darauf gelebt, eine Federboa um den Arm gewickelt – fertig ist Dodo. Mit diesem Vogel trat Jará 1984 im Hamburger Hansa-Theater auf. Später folgten Darbietungen im Fernsehen, unter anderem bei Karnevalssendungen und häufig im NDR-Fernsehen.

In Rendsburg ist der 52-jährige Künstler durch Nummern in der Palkus-Show im Bullentempel bekannt – und bei einigen auch gefürchtet. Denn wer dort in der ersten Reihe saß, lief Gefahr, dass Jará auf seine Kosten das Publikum begeisterte. Die Zuschauer wurden auch am Sonnabend einbezogen, aber auf die harmlose Art. Ernst-Heinrich musste sich zwar von der 82-jährige Helga Sommer anbaggern lassen, aber sonst hielten sich die Scherze in Grenzen. Besonders viel Mitgefühl hatten die Zuschauer mit dem kleinen Karlchen, einer schüchternen Stabpuppe, die ihr Gesicht immer wieder an Jarás Schulter verbarg, weil ihr so viele Menschen unangenehm seien. Schließlich ließ Karlchen („Meine Freunde nennen mich Kalli, aber ich habe gar keine Freunde.“) sich überreden, mit zartem Stimmchen das Lied „La Le Lu“ zu singen. Das Publikum schmolz dahin.

Da hatte der rüpelhafte und großspurige Lutz-Maria Adam schon einen anderen Auftritt. Der Typ, der an Frankenstein erinnerte, berichtete von seinem Job als Türsteher. „Da musste ich aufhören. Keiner wollte mehr in die Disco rein.“ Mit dem Psychologieprofessor Jensen konnte sich Jará auf anderem Niveau unterhalten. Denn der Bauchredner hat neben Betriebswirtschaft auch Psychologie studiert und arbeitet als Transaktionsanalytiker.

Zum Abschluss holte sich Jará noch Claudia und Jan auf die Bühne und gab ihnen seine Stimme. Die beiden waren ebenso begeistert wie das Publikum, das den Puppen-Comedian am Sonnabend erst nach einer Zugabe gehen ließ.

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