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Schulküche in Borgstedt : Appetit auf gutes Essen

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Ein ehemaliger Klassenraum in der Grundschule Borgstedt hat sich in eine moderne Küche verwandelt. Hier können sich die Schüler am Mittag stärken. Aber die Kleinen können auch selbst als Köche aktiv werden.

shz.de von
erstellt am 29.Sep.2013 | 16:02 Uhr

Es ist kurz vor 12 Uhr mittags. In der neuen Küche der Grundschule Borgstedt duftet es bereits verführerisch nach Essen. Auf dem Herd steht ein Topf, der ruhig vor sich hinköchelt. Es gibt Rindergulasch mit Apfelrotkohl und Kartoffeln. Geschirr steht bereit, die Schüler können kommen. Es dauert nicht lange und die ersten Kinder trudeln ein, nehmen sich einen Teller und füllen sich das Essen auf.

In der vergangenen Woche nahmen 86 Schüler das neue Angebot in Anspruch. Mit so einer guten Resonanz hatten Schulleiterin Barbara Rask und Elke Kuhr, Vorsitzende des Fördervereins „fördern und betreuen“, nicht gerechnet: „Die neue Küche und das Mittagessen schlagen ein wie eine Bombe“, berichtet Rask. Gehofft hatten sie auf 50 Essensausgaben in der Woche. Dass es besser ankommt als gedacht, freut alle Beteiligten und bestätigt ihr Vorhaben.

Begonnen hatte alles mit dem Wunsch nach einem kleinen Backofen. Daraus wurde ein Angebot für eine gebrauchte Küche. Dafür war der vorgesehene Raum aber zu klein. Einen Klassenraum wollte Barbara Rask zunächst nicht opfern. Zumal die Maße der gebrauchten Küche nicht mit den Raummaßen in Einklang gebracht werden konnten. „Irgendwie gab das alles nichts her, und ich hatte schon recht viele Ideen, wie man eine Küche in den Lehrplan mit einbeziehen könnte“, erzählt die Schulleiterin.

Dann ging es Schlag auf Schlag: Doch eine neue Küche in einem der Klassenräume samt Konzept. Die Raumsituation an der Schule gab es platzmäßig her. Das Konzept sowie Angebote für den Bau der Küche stellte die Rektorin im Frühjahr dieses Jahres dem Schulverband vor. Der war begeistert von der Idee und sicherte finanzielle Unterstützung zu. Es dauerte nicht lange und aus dem Klassenraum wurde eine moderne Küche mit Essbereich, gestaltet in tollen Farben sowie mit kindgerecht niedrigen Arbeitsflächen und Geräten. Jetzt können die Grundschüler dort nicht nur jeden Mittag ein warmes Essen zu sich nehmen, die speziell auf Kinder ausgelegte Küche erlaubt es vor allem, dass die Kleinen selber als Köche tätig werden können. Zum Beispiel bei der AG Ernährung, die Barbara Rask selber leitet und „die unglaublich viel Spaß macht, weil die Kleinen begeistert mitmachen“. Die Kinder lernen alles über gesunde Lebensmittel, deren einfache Zubereitung, erfahren etwas über Hygiene, das Abmessen und Wiegen, was sich wiederum positiv auf die mathematischen Fähigkeiten auswirke.

Der Bezug zum Mathe-, Deutsch- oder Englisch-Unterricht sei Teil des Konzeptes gewesen, so die Schulleiterin, die sich schon auf die Vorweihnachtszeit freut, denn dann wird gebacken. Ein großes Knusperhäuschen zum Beispiel: „Das wird toll“. Die Idee mit der Essensausgabe kam erst nach der Fertigstellung der Küche. Zusammen mit dem Förderverein einigte man sich darauf, ein Mittagessen anzubieten. Ein halbes Jahr sollte getestet werden, wie das Angebot angenommen wird, und ob es sich finanziell rechnet. Die Organisation und den Einkauf sollte der Verein übernehmen, der bereits für die Nachmittagsbetreuung der Schüler zuständig ist. „Doch schnell kamen wir personell und zeitlich an unsere Grenzen“, berichtet Elke Kuhr. Deshalb wurde im August erneut ein Antrag an den Schulverband gerichtet, eine professionelle Hilfe für die Mittagszeit einzustellen. Die wurde in Britta Leya gefunden, die nicht nur zweite stellvertretende Vorsitzende im Schulverband ist, sie ist auch gelernte Köchin und Mutter eines der Grundschulkinder. Zusammen mit Maren Delfs übernimmt sie das Einkaufen und Zubereiten der Speisen, das Einfrieren von Proben, das Ein- und Abdecken, die Nacharbeit sowie das Aufstellen von Essens- und Hygieneplänen.

Die Kosten hat der Schulverband mit dem Vorsitzenden Heinrich Dietrich Janzen übernommen: „Um den Schulstandort zu sichern und um im Wettbewerb mit anderen Schulen bestehen zu können, müssen wir gut sein. Deshalb unterstützen wir dieses Vorhaben, denn das Küchen-Konzept ist ein wichtiger Teil von gut sein“, erklärt Janzen. Ebenso wie die weiteren Angebote: Werken, Handarbeiten, Theater, Sport und Musik. „Die Kinder sind motiviert, haben Spaß am Lernen und bekommen viel mit auf dem Weg in ihre Zukunft“, betont Barbara Rask, die schon an der nächsten Idee arbeitet: „Ein Hochbeet, in das wir zum Beispiel selber Kartoffeln setzen können“. Doch das hat noch Zeit bis zum nächsten Jahr.

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