Nortorf : Anwohner von der Stadt enttäuscht

Der Ausbau in der Hohenwestedter Straße: Die Bauarbeiten sollen noch bis November andauern.
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Der Ausbau in der Hohenwestedter Straße: Die Bauarbeiten sollen noch bis November andauern.

Der Ausbau der Hohenwestedter Straße sorgt für Ärger: Die Informationspolitik sei nicht ausreichend.

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04. Juni 2014, 06:00 Uhr

Provisorische Übergänge, unebene Gehwege und eine aufgerissene, gesperrte Straße – so sieht es momentan in der Hohenwestedter Straße aus. Die Anwohner der Straße haben sich mit dem Zustand abgefunden, „wir wissen ja, dass es nach dem Ausbau viel schöner hier ist“. Nur der Informationsfluss reiche nicht aus und sorgt für Ärger.

Kritik äußern die Anwohnern gegenüber der Stadt Nortorf. „Die Informationspolitik lässt stark zu wünschen übrig“, so eine Anwohnerin empört, „wenn wir was mitbekommen, dann meist durch die Bauarbeiter.“ Es werde Zeit, dass endlich etwas Produktives in der Straße geschehe. Durch „Gespräche zwischen und mit den Bauarbeitern“ hätte man mitbekommen, dass es zu Verzögerungen beim Ausbau der Straße käme. Etwas Offizielles von Vertretern der Stadt höre man jedoch nicht. „Es wäre schön, wenn sich hier auch mal jemand von der Stadt blicken lassen würde“, so ein Anwohner. Uwe Lohse vom Amt Nortorfer Land sagte auf Nachfrage der Landeszeitung, dass es nicht möglich sei, alle paar Tage ein Rundschreiben zu verschicken. Regelmäßig tausche er sich jedoch mit dem Sprecher der Interessengemeinschaft der Anlieger der Hohenwestedter Straße aus. „Wir tun, was wir können, aber es ist nun mal eine Baustelle“, so Uwe Lohse.

Zu Verzögerungen sei es deshalb gekommen, da die Kanalarbeiten länger gedauert haben als ursprünglich angenommen. Auch die Verlegung der Versorgungsleitungen habe mehr Zeit in Anspruch genommen. Hinzu kämen nicht berücksichtigte Brückentage und Leerrohre für ein mögliches Glasfasernetz, das die Stadtwerke kurzfristig mit aufgenommen haben.

Während es für die Stadt Kritik hagelt, sind die Anwohner für die Bauarbeiter vollen Lobes. „Die Bauarbeiter sind sehr, sehr nett“, sind sich die Anwohner einig. Da wird schon mal der Einkauf bis vor die Tür getragen, Senioren wird über die Straße geholfen oder Fahrräder mit angehoben. Vor Pfingsten wird bei einer Familie noch die Auffahrt mit Sand aufgeschüttet, damit diese auch einen Ausflug mit dem Auto unternehmen kann. „Aber das geht natürlich nicht jeden Tag, bei jedem Bewohner“, sagt ein betroffener Anlieger. „Das sind Ausnahmen, die man auch rechtzeitig mit den Bauarbeitern absprechen muss.“

Neben dem täglichen Baulärm von 7 bis 16.30 Uhr seien es vor allem die banalen Tätigkeiten, die den Anwohnern das Leben derzeit schwer machen. „Wir können keinen Großeinkauf mehr machen“, beschwert sich ein Mann, „auch Getränkekisten sind nicht möglich einzukaufen.“ Große Bestellungen seien den Lieferanten nicht zuzumuten, Besucher müssten auf die Verkehrssituation eingehend aufmerksam gemacht werden. „Meine Mutter ist über 90 und sitzt im Rollstuhl. Unmöglich, sie hier her zu holen“, bedauert ein Bewohner der Hohenwestedter Straße.

Die Bauarbeiten auf der rund 322 Meter langen Strecke werden voraussichtlich noch bis zum 20. November dieses Jahres andauern.

Am morgigen Donnerstag, 20 Uhr, findet in der Gaststätte „Kruppke“ eine Einwohnerversammlung statt. Dort können sich die Bewohner über ihre Erfahrungen austauschen. Auch Winfried Bentke, Vorstand der Stadtwerke, wird persönlich vor Ort sein und die Anlieger informieren sowie Rede und Antwort stehen.

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