Schulsozialarbeit : Anwalt der Kinder und Hilfe für Eltern

Gespräche auf dem Schulhof: Schulsozialarbeiterin Dunja Gander (4. von rechts) hat immer ein offenes Ohr für die Schüler.
Gespräche auf dem Schulhof: Schulsozialarbeiterin Dunja Gander (4. von rechts) hat immer ein offenes Ohr für die Schüler.

Der Sozialausschuss spricht sich für Fortführung der Schulsozialarbeit ohne Gymnasien aus. Schulleiterin: „Schulsozialarbeit ist eine riesige Entlastung“.

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18. November 2013, 18:58 Uhr

Dunja Gander greift immer dann ein, wenn es außerhalb des Klassenzimmers Dinge zu klären gibt. Kinder, die Angst haben, zur Schule zu gehen, holt sie persönlich von zu Hause ab. Manchmal geht die Schulsozialarbeiterin auch mit in den Unterricht, um Probleme zu besprechen. Drei Mal in der Woche bietet sie zudem eine Sprechstunde an, die von den Eltern gut angenommen wird. Die XX-Jährige versteht sich als Anwältin der 252 Kinder an der Grundschule Obereider-Nobiskrug. Ob es ihre Stelle auch im nächsten Jahr noch geben wird – darüber beraten und entscheiden in den kommenden Wochen die politischen Gremien der Stadt.

Gestern Abend stand das Thema auf der Tagesordnung des Sozialausschusses. Einstimmig beschlossen wurde, die Schulsozialarbeit im bisherigen Umfang an den Rendsburger Grund- und Gemeinschaftsschulen ab 1. Januar 2014 für zwei Jahre fortzusetzen. Die Vollzeitstelle für die Gymnasien aber wird gestrichen. Angesichts eines Fehlbetrags von 1,3 Millionen Euro im Haushalt hatte Bürgermeister Pierre Gilgenast appelliert, die Gymnasien außen vor zu lassen. Er betonte, dass diese Entscheidung nur aus finanzpolitischer Sicht notwendig sei und die Schulsozialarbeit an allen Schulen erfolgreich verlaufe. Das letzte Wort ist allerdings noch nicht gesprochen. Die Ratsversammlung entscheidet endgültig am 12. Dezember.

Wie wichtig Schulsozialarbeit ist, erfährt man, wenn man mit Lehrern und Sozialarbeitern vor Ort spricht. „Für uns ist unsere Schulsozialarbeiterin Dunja Gander eine riesige Entlastung“, sagt Jana Friedrich, Schulleiterin der Grundschule Obereider-Nobiskrug. Gander biete direkte Hilfe bei Problemen und erleichtere die Zusammenarbeit mit weiterführenden Schulen und den Kitas. „Die Kinder haben ihr Päckchen zu tragen“, sagt Friedrich. Die familiären Belastungen seien oft sehr groß und es gelte, Alltagsprobleme zu lösen, damit die Kinder unbelastet im Unterricht lernen können. „Für uns ist Frau Gander eine Mitarbeiterin, die auch an Konferenzen und Gesprächen teilnimmt.“ Sie ist das Bindeglied zwischen Lehrern, Eltern und Schülern.

Dunja Gander sagt über ihren Job: „Ich vertrete aber nicht nur die Interessen der Schüler, sonder unterstütze auch die Eltern“, sagt die Familienpädagogin. Sie hat etwas, was viele Eltern und Lehrer nicht haben, nämlich Zeit. „Ich kann mir die Zeit nehmen, um Gespräche zu führen“, sagt Gander. Damit entlastet sie die Lehrer, die sich voll und ganz auf das Unterrichten konzentrieren können.

Seit 2008 arbeitet die Pädagogin für die Schulen. Zunächst finanzierte der Förderkreis Parksiedlung ihre Hilfe, danach wurde die Diakonie Träger an ihrer Bildungsstätte. Seit Ende 2011 gibt es an Rendsburger Schulen Schulsozialarbeit, die durch Gelder des Bundes, bei den Grundschulen zum Teil auch durch das Land finanziert wird. Ganders oberstes Ziel ist es, den Kindern einen guten Start ins Leben zu ermöglichen. Sie ist direkt vor Ort und kennt die Leute. „Ich möchte, dass die Kinder sich wohlfühlen und ohne Angst zur Schule kommen.“

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