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Landeszeitung

23. Oktober 2017 | 03:27 Uhr

Ansturm auf soziale Hilfsangebote

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Diakonisches Werk meldet starken Anstieg der Klientenzahlen / Immer mehr Ex-Häftlinge ohne Wohnsitz

Die Sozialberatung des Diakonischen Werks des Kirchenkreises wird immer wichtiger. Im vergangenen Jahr wurde 215 Personen mit unterschiedlichen Problemen Hilfe zuteil. Die Zahl der Beratungskontakte stieg damit im Vergleich zum Vorjahr deutlich an. Typische Themen waren drohende Wohnungslosigkeit oder Stromsperre, fehlende Postadresse oder gekürzte Sozialleistungen.

Insbesondere die Postanschrift in der Prinzenstraße 9 wird von immer mehr Menschen ohne eigene Adresse in Anspruch genommen. Eine steigende Zahl an Klienten sind anerkannte Flüchtlinge, die Bekannte oder Verwandte in Rendsburg haben, aber noch nicht über eine eigene Wohnung verfügen. Hinzu kommen obdachlose Menschen, die in der Notschlafstelle in der Materialhofstraße 7 übernachten. Dort wurden 1503 Übernachtungen mit 103 Personen registriert – 500 mehr als im Jahr davor. Zu den Gästen zählen auch Haftentlassene, die immer häufiger ohne Wohnsitz und hoch verschuldet entlassen werden. Die sozialen Dienste der Justizvollzugsanstalten sind überlastet, haben lange Wartezeiten und können den Übergang nach jahrelanger Haft in den Alltag oft nicht entsprechend vorbereiten. Eine Rückkehr in die „alte Szene“ und Rückfall in frühere Verhaltensmuster sind oft vorgezeichnet. Das Diakonische Werk erhält weder Mittel für die Betreuung von Strafentlassenen noch für die Wohnungsvermittlung bei Wohnungs- bzw. Obdachlosigkeit. Zu den sozialen Hilfen der kirchlichen Organisation gehört auch die Praxis ohne Grenzen in der Moltkestraße 1. Insgesamt 85 Patienten ohne bestehenden Krankenversicherungsschutz, 25 mehr als im Vorjahr, suchten die kostenlosen Sprechstunden auf.

Die Rendsburger Tafel versorgte im Berichtsjahr rund 1100 Menschen wöchentlich mit Lebensmitteln, gab 7200 warme Essen aus und veranstaltete rund 200 Kinder-Koch-Kurse in Kooperation mit Grund- und Gemeinschaftsschulen.

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