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Fussball-Verbandsliga : „Anscheinend gehört das zum RTSV“

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Ärger am Nobiskrug: Im Exklusiv-Interview spricht der Trainer der Rendsburger Verbandsliga-Fußballer, Stephan Waskönig, Klartext.

von
erstellt am 19.Aug.2014 | 06:00 Uhr

Nach nur drei Spieltagen ist beim Fußball-Verbandsligisten Rendsburger TSV schon wieder Feuer unterm Dach. Punktabzug, Disziplinlosigkeiten auf und abseits des Platzes und eine Mannschaft, die sportlich noch hinter den Erwartungen zurückbleibt. Jüngster Tiefpunkt ist der Rückzug des designierten Managers Fritz Bohla, der am Sonnabend nach der 1:2-Heimniederlage gegen den Heikendorfer SV verkündete, sein Amt nicht anzutreten. Ein Schock auch für den neuen Trainer Stephan Waskönig. Im Gespräch mit LZ-Sportredakteur Tobias Stegemann fand der Coach klare Worte für die aktuelle Situation im Verein.

Herr Waskönig, haben Sie den Schock vom Sonnabend schon verdaut?

Waskönig: Tja, mir bleibt ja nichts anderes übrig. Es ist leider genau das eingetreten, was nicht eintreten sollte. Aber das gehört anscheinend zum RTSV.

Dabei hatte man den Eindruck, der Verein sei endlich auf dem Weg, Ordnung und Struktur in seine Fußballabteilung zu bekommen.

Das habe ich auch gedacht. Nun gilt es für mich, daraus meine persönlichen Konsequenzen zu ziehen. Ich muss sehen, wie ich damit umgehe. Aber ich werde auch Taten folgen lassen.

Meinen Sie das in Bezug auf die Weiterführung Ihres Traineramtes?

Nein. Ich meine das in Bezug auf meinen Betreuer und in Bezug auf einige Spieler, die meinen, sich daneben benehmen zu müssen. Da werde ich beim Training heute ein wenig aufräumen.

Haben Sie mit Fritz Bohla inzwischen noch einmal über die Beweggründe seiner Entscheidung sprechen können?

Er hat einfach im Umfeld Probleme gesehen, das durchzusetzen, was er als notwendig erachtet hat. Das ist aber ein altbekanntes Problem. Es gibt in diesem Verein einfach zwei Leute, die das Regiment führen und die Hand auf allen Dingen haben.

Wie kann es jetzt weitergehen?

Ich schätze Fritz als einen sehr kompetenten Mann. Ich weiß auch nicht, wie es ohne ihn funktionieren soll. Von daher müssen wir nach der Mannschaftssitzung heute sehen, wie uns weiter aufstellen. Ich glaube, es wird sehr schwer.

Wären Sie denn bereit, die Aufgaben, die Herr Bohla übernehmen wollte, zu bewältigen?

Bestimmt, aber ich habe ja die gleichen Probleme. In vielen Bereichen wird gesagt: „Das brauchen wir nicht und das brauchen wir nicht. Da muss so und so gemacht werden.“ Jetzt muss ich mich durchsetzen oder damit leben, was andernfalls auf mich zukommt.

Wer ist denn jetzt Ihr Ansprechpartner im Verein, um eine Basis zu schaffen, die Saison vernünftig über die Bühne zu bekommen?

Momentan weiß ich keinen. Es lief alles über Fritz Bohla und mit ihm auch in die richtige Richtung. Es ist nun alles sehr schwierig, und ich hoffe, dass ich ihn vielleicht doch noch überzeugen kann, dem Verein erhalten zu bleiben.

Was bereitet Ihnen denn mehr Kopfzerbrechen? Die sportliche Situation oder die Probleme im Umfeld?

Die Schwierigkeiten im sportlichen Bereich werden sich legen. Es war bei der Vielzahl von neuen Spielern klar, dass es seine Zeit braucht. Die Niederlagen zuletzt sind für mich auch keine Katastrophe, auch wenn ich mir das als Trainer anders gewünscht hätte. Eine Katastrophe ist das, was außen herum passiert ist. Diese Beschimpfungen untereinander und am Platz sind viel, viel, viel schlimmer als das, was auf dem Platz passiert ist.

Ist also heute ein entscheidender Tag für Ihre Zukunft und die der Mannschaft?

Heute ist ein sehr entscheidender Tag. Ich werde mit einigen Leuten sprechen und ihnen sagen, dass ich mit ihnen nicht mehr zusammenarbeiten werde. Dann wird es sicherlich eine Reaktion darauf geben auch von den Calbows (die Hauptsponsoren, d. Red.), und ich werde sehen, was passiert. Ich bin angetreten, um diese Disziplinlosigkeiten zu verändern. Jetzt bleibt mir nichts anderes, als danach zu handeln. Ob ich das dann überlebe, wird sich zeigen.

Das heißt, Sie scheuen auch Konsequenzen für sich selbst nicht?

Absolut nicht. Wenn es nicht weitergeht, dann ist es eben so.

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