"Annemarie" stand in Flammen

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Große Übung: Insgesamt rund 60 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Johannitern waren beteiligt.

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02. September 2010, 06:55 Uhr

Büdelsdorf | Während der erste Atemschutz-Trupp zu den Flammen im Maschinenraum vordrang, suchten die übrigen Feuerwehrleute an Bord der "Annemarie" nach Verletzten. Insgesamt neun zum Teil schwer verletzte Menschen waren über das Schiff verteilt. Zwei von ihnen standen sogar in Flammen und konnten sich vor dem Eintreffen der Rettungskräfte nur durch einen Sprung in die Obereider retten. Dort machten es sich die DLRG-Schwimmer erst einmal bequem - denn schließlich sollten die Feuerwehren aus Borgstedt und Rendsburg mit ihren Booten auch an der groß angelegten Übung der Büdelsdorfer Brandbekämpfer teilhaben.

Am Dienstagabend war gegen 19 Uhr Großalarm für die Freiwillige Feuerwehr Büdelsdorf ausgelöst worden. Wehrführer Rolf Rentzow ließ seine Kameraden den Ernstfall proben. "Einsätze auf Schiffen sind enorm schwierig. Ich wollte, dass meine Leute die Enge spüren, um für den Notfall besser gerüstet zu sein."

Dass die Gegebenheiten an Bord anders und schwieriger sind als bei einem Feuer an Land, stellten die Feuerwehrleute schnell fest. Mit den üblichen Tragen kamen sie nicht weit. Zu eng und steil waren die Treppen auf der "Annemarie", die am Ahlmannkai liegt und von der Jugendhanse renoviert wird. Erst mit Hilfe der Drehleiter wurden die Verletzten über einen Rollgliss (eine Art Flaschenzug) durch eine Luke an Deck gezogen.

Insgesamt waren 34 Feuerwehrleute aus Büdelsdorf an der Übung beteiligt. Hinzu kamen die Unterstützung aus Rendsburg und Borgstedt sowie Sanitäter von den Johannitern. Mit dem Ergebnis war Rentzow zufrieden: "Die Lage wurde schnell erkannt und alle Aufgaben wurden zügig abgearbeitet", lobte der Wehrführer. Bereits vier Minuten nach der Alarmierung waren die ersten Einsatzkräfte vor Ort. "Die Betreuer der Jugendwehr hatten auf der Wache eine Sitzung und konnten sofort aufbrechen. Im Normalfall sind wir nicht viel langsamer", betonte Rentzow.

Zügig und schnell traf nicht nur auf die Büdelsdorfer zu. Auch das Boot aus Borgstedt begann bereits 20 Minuten nach der Alarmierung mit der Bergung der beiden DLRG-Schwimmer. Das Rendsburger Boot traf zehn Minuten später ein. Durch die Aufbauarbeiten für den "Herbst" war am Ober eiderhafen zunächst kein Durchkommen. Und an der Drehleiter, mit der das Boot zu Wasser gelassen werden sollte, gab es einen Defekt. Zu retten gab es für die Rendsburger dennoch etwas. Die beiden "Brandopfer" stürzten sich erneut ins Wasser und ließen sich ein zweites Mal bergen.

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