Geplanter Besuch in SH : Angela Merkel besucht Milchviehbetrieb von Familie Trede in Nienborstel

Erhielten Mitte Mai Post aus dem Kanzleramt mit Terminvorschlägen: Rolf und Ursula Trede mit ihren Kindern Steffen, Insa und Torben (von links).

Erhielten Mitte Mai Post aus dem Kanzleramt mit Terminvorschlägen: Rolf und Ursula Trede mit ihren Kindern Steffen, Insa und Torben (von links).

Die Kanzlerin folgt einer Einladung von Ursula Trede und will sich über die Arbeit der Milchbauern informieren.

shz.de von
13. Juli 2018, 13:38 Uhr

Nienborstel | Bundeskanzlerin Angela Merkel wird am kommenden Donnerstag einen Milchviehbetrieb in Nienborstel (Kreis Rendsburg-Eckernförde) besuchen. Mit der Stippvisite bei Familie Trede im Ortsteil Barlohe folgt Merkel einer Einladung, die Ursula Trede vor einem Dreivierteljahr in der „ARD“-Wahlarena vor der Bundestagswahl persönlich an die Kanzlerin richtete. Klar, dass die Vorfreude bei Familie Trede riesengroß ist.

Dass Angela Merkel die Einladung zum Besuch in Barlohe angenommen hat, nötigt Ursula Trede großen Respekt ab, denn: „Sie hat ja weiß Gott auch noch andere Themen auf dem Zettel – also Hut ab!“ Vor einem Jahr wurde Ursula Trede über die Landezeitung auf eine TV-Sendung mit Bürgerbeteiligung aufmerksam. „Wer eine Frage an die Bundeskanzlerin hätte, konnte sich über den NDR bewerben.“ Ursula Trede hatte eine ganze Menge Fragen an die Bundeskanzlerin, denn das Schicksal ihrer Berufsgenossen erfüllt sie mit großer Sorge. Seit 20 Jahren engagiert sich die Nienborstelerin bereits im „Bundesverband Deutscher Milchviehhalter“ (BDM).

Ursula Trede wurde im September zur ARD-„Wahlarena“ nach Lübeck eingeladen. Als sie dann an der Reihe war, brachte sie die Sorgen um ihren Berufsstand mit einer Frage auf den Punkt, welche Angela Merkel ziemlich aus dem Konzept brachte: „Warum lassen Sie unsere Betriebe sterben?“ Als möglichen Ausweg aus der permanenten Krise der Milchbauern wollte Ursula Trede der Kanzlerin das BDM-Marktverantwortungsprogramm erläutern, aber ein solch komplexes Konzept zur Regulierung der Milchbestände auf EU-Ebene konnte man in der Hektik einer TV-Live-Sendung schwer verständlich darstellen.

„Ich lade Sie gern auf meinen Betrieb ein, um Ihnen dieses Thema zu erklären“, sagte Ursula Trede. Landwirtschaftliche Betriebe besuche sie immer gern, entgegnete die Kanzlerin vor laufenden TV-Kameras. Überrascht war Ursula Trede aber schon, als Angela Merkel direkt nach der Sendung an ihren Platz im Publikum eilte, um sich persönlich Adresse und Kontaktdaten der Nienborstelerin zu notieren – und noch überraschter war Ursula Trede, als sie Mitte Mai Post aus Berlin bekam: „Am 14. März ist sie ja erst wiedergewählt worden – und nur acht Wochen später hat sie sich schon bei mir gemeldet, meine Einladung angenommen und den Termin am 19. Juli vorgeschlagen.“

Kanzlerin Merkel in der Sendung „Wahlkampfarena“, während der Ursula Trede sie nach Nienborstel einlud.
ARD Mediathek

Kanzlerin Merkel in der Sendung „Wahlkampfarena“, während der Ursula Trede sie nach Nienborstel einlud.

 

Vor einem Monat waren bereits Vertreter des Bundeskanzleramts, des Landeskriminalamts und der Polizei auf dem Tredeschen Hof in Barlohe zu Gast, um sich ein Bild von den Gegebenheiten vor Ort zu machen. Spätestens seitdem ist Familie Trede in einem Zustand der „freudigen Aufregung“, wie Ursula Trede feststellt. Ehemann Rolf Trede kündigt noch eine großangelegte Reinigung auf dem Hofgelände an: „Und ich will versuchen, alle möglichen Unfallgefahren zu eliminieren.“

Beim Rundgang über das Betriebsgelände wollen die Tredes der Kanzlerin unter anderem den Kälberstall und das Weideland zeigen – und die neueste Errungenschaft: einen topmodernen Melkroboter, bei dem die Kühe bestimmen, wann sie gemolken werden. Vor drei Tagen wurde die Maschine in Betrieb genommen.

Bei der Absperrung des Geländes und der Einweisung der Besucher-Pkw werden die Nienborsteler Feuerwehrleute mithelfen. Der Lohn für die Blauröcke steht bereits fest: ein Gruppenfoto mit der Bundeskanzlerin.

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