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Bobble Cap Festival : Andrang beim Pudelmützen-Festival

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Organisatoren der Band „Funny Love Painful“ müssen allwöchentlich 20 Bewerbungs-CDs bewerten. Das Aukruger Bobble Cap Festival hat sich einen Namen gemacht. Tobias Schmidt: „Das wollen wir bis zur Rente weitermachen“.

shz.de von
erstellt am 22.Okt.2013 | 06:00 Uhr

Die ersten drei Bands im Line-up des „Bobble Cap“-Festivals zeigten, was die regionale Musikszene so alles zu bieten hat: „Johnny Stone“ (Jevenstedt) wandelte auf den Spuren von Johnny Cash und den Rolling Stones, „Das Bibo“ (Nortorf) präsentierte selbstgestrickten „Strickjacken-Punk“, und die Gastgeber von „Funny Love Painful“ (Aukrug) stellten unter Beweis, dass ihr Indierock auch nach dreijähriger Bandpause nichts von seinem Schwung verloren hat.
„Als ‚Bobble Cap’-, also zu Deutsch ‚Pudelmützen’-Festival sind wir das letzte Festival im Jahr und damit konkurrenzlos“, erklärte Tobias Schmidt vom Organisationsteam, während sich die Musiker im Backstage-Bereich abwechselnd an einem kleinen Heizofen aufwärmten. Im Sommer sei ja an jedem Wochenende irgendwo ein Musikfestival, im Oktober hingegen die Saison längst vorbei: „Und da freuen sich die Leute, dass sie bei uns zum letzten Mal im Jahr auf ein Festival gehen können.“

Weshalb das seit 2008 alljährlich im Herbst stattfindende „Bobble Cap“-Festival auch immer gut besucht sei. „In den vergangenen zwei Jahren waren wir mit jeweils 250 Besuchern beide Male ausverkauft“, berichtete Schmidt. Eine Verlegung an einen anderen Standort mit mehr Publikumskapazitäten habe deshalb aber nie zur Diskussion gestanden, weil sich die Maschinenhalle der Dachdeckerei Kreutz als optimaler Veranstaltungsort bewährt habe. „Die Halle hat einfach ein tolles Ambiente: dreckig, urig und gemütlich“, sagte Schmidt.

Das „Bobble Cap“-Festival hat in der Musikszene inzwischen einen so guten Ruf, dass die Organisatoren keinerlei Probleme damit haben, dem Publikum jedes Jahr ein neues Programm mit einer möglichst abwechslungsreichen musikalischen Bandbreite zu präsentieren. „Mittlerweile gehen 20 Band-Bewerbungen pro Woche bei uns ein“, vermerkte Schmidt, „gegen diese Flut von Bewerbungs-CDs können wir schon fast nicht mehr anhören.“ Zu den Bands, die diesmal den Zuschlag des Organisationsteams bekamen, gehörte „Johnny Stone“, die das „Bobble Cap“-Festival 2013 am Sonnabend mit einem Song von Creedence Clearwater Revival (CCR) eröffnete: „Looking out my backdoor“. Dass sie am liebsten Johnny Cash und die Rolling Stones covern, bringen sie in ihrem Bandnamen „Johnny Stone“ zum Ausdruck, aber Sänger Matthias Wittstock (Westerrönfeld), Rhythmusgitarrist Matthias Dettmann (Rendsburg), Bassist Dirk Schülldorf, Schlagzeuger Lars Lütje und Aushilfs-Leadgitarrist Steve Koop (alle Jevenstedt) hatten auch Songs von den „White Stripes“ in ihrem Repertoire. Nach dem abschließenden „Bad moon rising“ von CCR gab’s viel Applaus für die Coverband, und so verabschiedete sich „Johnny Stone“ mit einer Zugabe eines Stücks von Johnny Cash: „I got stripes“.

Im Gegensatz zu „Johnny Stone“ präsentierte „Das Bibo“ im Anschluss eigene Songs. Sänger und Gitarrist Simon Jacobsen, Bassist Jan Röschmann (beide Nortorf) und Schlagzeuger Martin Heidgen (Hamburg) legten los mit „Sunny day“, „Naughty dude“ und „My delights“. Der anschließende Auftritt der Lokalmatadore von „Funny Love Painful“ beendete eine dreijährige Bandpause der Aukruger Indierock-Institution. Dass Tobias Schmidt, Ron Müller, Michael Klose und Dirk Jürgensen bei ihrem Comeback mit „Here comes the sun“ auch eine neue Eigenkomposition vorstellten, lässt ja vielleicht auf eine wieder etwas aktivere Zukunft der 1995 gegründeten Band schließen.

Dass das „Bobble Cap“-Festival weiterhin als herbstlicher Abschluss der Festivalsaison fungieren soll, steht für Tobias Schmidt sowieso fest: „Das wollen wir weitermachen bis zur Rente und dann am liebsten weitervererben, damit das bis in alle Ewigkeit so weitergehen kann.“

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