Rendsburg-Mastbrook : An vielen Grundschulen in Rendsburg wird’s eng

Detlef Vogel leitet die Grundschule Mastbrook. Er benötigt den Container im Hintergrund für Zwecke der Differenzierung.
Detlef Vogel leitet die Grundschule Mastbrook. Er benötigt den Container im Hintergrund für Zwecke der Differenzierung.

Die Räume in Mastbrook reichen noch bis 2022 aus. Ohne Kapazitätsbegrenzung steigt die Kinderzahl in sechs Jahren um 55,5 Prozent.

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20. April 2018, 09:55 Uhr

Rendsburg | In keinem anderen Viertel von Rendsburg leben zurzeit mehr Mädchen und Jungen unter sechs Jahren als in Mastbrook. Wenn sie alle an der Grundschule Mastbrook eingeschult werden würden, stiege die Zahl der Kinder dort im Vergleich zum aktuellen Stand bis 2023 um 55,5 Prozent. Mit 325 Schülern stellte die Einrichtung dann die größte Grundschule der Stadt dar. Bisher besetzt die Grundschule Rotenhof mit 305 Kindern diesen Spitzenplatz. Diese Entwicklung geht aus einer Hochrechnung der Stadtverwaltung auf Grundlage der gemeldeten Kinder hervor. Demnach steigt die Zahl der Grundschüler in Rendsburg bis 2023 um 16 Prozent auf 1193.

Das Problem der Grundschule Mastbrook: Sie hat nicht genügend Klassenräume. Seit mindestens acht Jahren steht auf dem Gelände ein Container für Unterricht. Die Verwaltung zahlt dafür Miete und will ihn eigentlich abschaffen, sobald im August die benachbarte Mehrzweckhalle Mastbrook eingeweiht ist. Schulleiter Detlef Vogel sagte gestern aber: „Bei der heutigen Arbeitsweise brauchen wir den Container.“ Grundschulen könnten nicht mehr wie vor 20 Jahren arbeiten, als jede Klasse nur ein Zimmer brauchte. Inzwischen werden für Inklusion und Differenzierung viele Nebenräume benötigt. Auch Andrea Loose, Fachbereichsleitern Bürgerdienste, will den Container mittlerweile lieber stehen lassen.

Die elf Klassenräume reichen laut Hochrechnung bis Sommer 2022 aus. Dann müsste Schulleiter Detlef Vogel den Sprung von elf auf 13 Klassen machen – theoretisch, denn das Schulamt verhindert eine Überbelegung. Abhängig vom Platz und dem Personal legt es jährlich Obergrenzen fest. Vogel musste deshalb in diesem Jahr sieben Kinder ablehnen und an die Grundschule Rotenhof abgeben. Im Sommer 2018 darf er maximal 50 Kinder aufnehmen.

An den Nachbarschulen wird es aber ebenfalls eng: Die Grundschule Rotenhof hat nur deshalb Platz für 14 Klassen, weil im vergangenen Jahr der PC-Raum aufgelöst wurde – der Trend geht zu mehr Elektronik im Klassenzimmer. Die Schülerzahl in Rotenhof soll zwar innerhalb von drei Jahren um mehr als eine Klassenstärke sinken, bis 2023 aber wieder fast auf das heutige Niveau ansteigen.

Die Grundschule Neuwerk wird ihre Kapazitäten 2019 überschreiten. Elf Klassen inklusive einer Klasse für „Deutsch als Zweitsprache“ (DaZ) müssen sich dann zehn Räume teilen. Container stehen dort bereits. Entspannter sieht die Lage an den Grundschulen Obereider und Nobiskrug aus. Laut Hochrechnung wächst deren Schülerzahl zwar ebenfalls, aber beide Einrichtungen haben genügend Räume.

Loose bezeichnete die Zahlen als „groben Abgleich“ der Daten im Rathaus. Sie will nun mit den Schulleitern klären, wie viele Räume es tatsächlich gibt. Zugleich ist sie im Gespräch mit der Kreisverwaltung, die zwei Klassenzimmer der Grundschule Mastbrook mit dem Förderzentrum Sternschule belegt.

Der Fachdienst Flüchtlinge und Integration wies Anfang 2017 darauf hin, dass es in Rendsburg immer mehr Schüler in DaZ-Klassen gibt. Die Grundschule Mastbrook hat zwar keine DaZ-Klassen. Der Anteil der Migranten beträgt aber etwa 65 Prozent. Sie werden gemeinsam mit anderen Kindern unterrichtet und erhalten bei Bedarf in kleinen Gruppen Deutschunterricht.

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