Laufen : An der Grenze

Endspurt: Kurz vor dem Ziel fing Anna Jope (links) die vor ihr laufende Finja Schreber noch ab.
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Endspurt: Kurz vor dem Ziel fing Anna Jope (links) die vor ihr laufende Finja Schreber noch ab.

Der Hohner-See-Lauf stößt allmählich an seine Grenzen. Mehr als 300 Teilnehmer gingen in diesem Jahr bei dem beliebten Lauf an den Start. „Wir hatten kaum genug Transponder, um die Zeiten zu erfassen“, sagte Organisator Andreas Fröhlich.

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17. Juli 2015, 06:00 Uhr

Wetter war das Stichwort beim diesjährigen Hohner-See-Lauf. Die bangen Blicke, die Andreas Fröhlich und seine Mitorganisatoren am Mittwochabend gen Himmel schickten, waren zwar überflüssig, weil lediglich die letzten Läufer des 12,3-Kilometer-Laufs etwas nass wurden. Dafür aber machte eine kleine Nachwuchsläuferin auf sich aufmerksam. Anna Jope (TSV Herdecke) gewann den Bambini-Lauf (1,6 km). Die Zehnjährige macht mit ihrer Familie gerade Urlaub in Büsum und wohnt sonst – in Wetter an der Ruhr.

„Wir haben mal geschaut, ob in der Gegend gerade ein Lauf stattfindet und sind übers Internet auf diese Veranstaltung gekommen“, verriet Annas Vater Rüdiger Jope. Er selbst verzichtete anschließend auf einen Start, um bei der parallel stattfinden Siegerehrung seiner Tochter dabei zu sein. „Zuhause habe ich schon drei Pokale“, sagte das schnelle Lauftalent. Ihren Sieg machte sie erst auf den letzten Metern perfekt. Mit einem furiosen Schlussspurt auf der Zielgeraden überholte sie Finja Schreber von der SG Athletico Büdelsdorf noch und war mit 6:49 Minuten eine Sekunde schneller als Schreber. „Ich wollte das Mädchen vor mir unbedingt noch einholen“, erklärte sie ihre Energieleistung. Einen Heimsieg gab es bei den Jungen. Dort siegte Rasmus Kunze. Der Elfjährige startete für die HSG Eider Harde, spielt zudem Fußball beim FC Fockbek. „Im letzten Jahr bin ich Zweiter geworden“, sagte er. In diesem Jahr war keiner schneller als er. Mit 5:50 Minuten verfehlter er den Streckenrekord um elf Sekunden.

Knapp an den Top-Zeiten vorbei schrammten auch die beiden Sieger über die Sechs-Kilometer-Strecke. Stefanie Zietan von der SG Athletico Büdelsdorf verpasste ihre eigene Bestmarke aus dem Jahr 2013 um acht Sekunden und benötigte diesmal 24:46 Minuten. Ihr Vereinskamerad Philipp Müller war mit 20:42 Minuten 14 Sekunden zu langsam, um seinen seit 2011 gütigen Rekord zu egalisieren. Müller wollte eigentlich über die lange Distanz starten, aber die Folgen eines Fahrradsturzes zwangen ihn zu einer neuntägigen Trainingspause. „Ich habe keine Schmerzen mehr. Es ging ganz gut, so gesehen bin ich zufrieden“ sagte er anschließend.

Über die 12,3 Kilometer gewann mit Silke Nordmann eine weitere Athletico-Läuferin. 53:56 Minuten brauchte sie bis ins Ziel. Auch sie verfehlte ihren Streckenrekord aus dem Jahr 2014 (52:48 Minuten). Einer aber schaffte es dann doch. Philipp Grotian vom Eckernförder MTV absolvierte die lange Distanz in 44:14 Minuten und verbesserte die Rekordzeit von Philipp Müller aus dem Vorjahr um satte 43 Sekunden.

Damit war dann auch Andreas Fröhlich vollauf zufrieden. Wenn er auch eingestehen musste, dass die Teilnehmerzahl mit weit mehr als 300 Läuferinnen und Läufern ihn überrascht hat: „Wir hatten kaum genug Transponder, um die Zeiten zu erfassen. Wir stoßen immer mehr an unsere Grenzen.“

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