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LZ-Serie : An den Wasserturm erinnern sich alle Besucher

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

LZ-Serie „Lieblingsorte – Lieblingsplätze“: Günther Busch freut sich über Wasserturm und Poststation.

shz.de von
erstellt am 26.Sep.2014 | 06:00 Uhr

Was verbindet Menschen mit dem Ort, in dem sie leben? Welche Erinnerungen werden wach? Und an welche Lieblingsplätze kehren sie gern zurück? Mit alteingesessenen Bürgern unternehmen wir einen Spaziergang durch ihre Heimatgemeinde. Im heutigen Teil der Serie zeigt Bürgermeister Günther Busch sein Dorf.

 

„Hier hat man eine sehr schöne Aussicht! Hier kann man bei guter Sicht bis nach Brunsbüttel gucken!“ Auch wenn es – wie jetzt gerade – ziemlich diesig ist, kann man von da, wo Bürgermeister Günther Busch postiert ist, den Turm der Peter-Pauls-Kirche im benachbarten Hohenwestedt sehen. Der Bürgermeister steht am Rande der Koppel, auf der irgendwann mal der zweite Bauabschnitt des Neubaugebiets „Aublick“ entstehen soll. „Zwei mal fünf Grundstücke, und die Erschließungsstraße wird dann die Verbindung zum Ziegeleiweg“, erläutert Busch die Planungen, die allerdings Zukunftsmusik sind, denn noch ist der erste Bauabschnitt des 2003 erschlossenen „Aublicks“ nicht ausverkauft. Sieben Grundstücke sind noch zu haben. „Hier wohnt man quasi im Speckgürtel von Hohenwestedt“, bewirbt der Bürgermeister die „Aublick“-Bauplätze, „man wohnt auf dem Lande, kann aber alle Vorteile und Angebote, die Hohenwestedt hat, nutzen, und das innerhalb kürzester Zeit.“ Keine fünf Minuten braucht man mit dem Auto auf der B 77 von Remmels nach Hohenwestedt. In der Gegenrichtung ist man in 15 Minuten in Rendsburg.

Die B77 wertet der Bürgermeister als Mischung aus Fluch und Segen. „Die Verkehrsanbindung ist ein Riesenvorteil für uns“, betont Busch, „aber andererseits sind Tausende von Fahrzeugen am Tag auch eine ziemliche Belastung für die Bevölkerung.“

Was heute die B 77 ist, war früher der Ochsen- und Heerweg Richtung Jütland. „Wir liegen ungefähr auf halber Strecke zwischen Hamburg und Flensburg“, weiß Busch, „deshalb haben wir wohl auch eine staatliche Poststation bekommen, wo früher die Pferde gewechselt wurden.“ Remmels unterscheide sich von anderen kleinen Gemeinden an der B77, meint der Bürgermeister: „In Remmels fährt man durch ein Dorf und nicht nur durch eine Geschwindigkeitsbegrenzung.“

Dafür, dass die Durchreisenden den Ort wahrnehmen und sogar in Erinnerung behalten, sorgt vor allem ein Bauwerk: der 101 Jahre alte Wasserturm, der seit 1978 als Übergabestation für das Trinkwasser aus Hohenwestedt dient. „Von Auswärtigen hört man oft: Remmels – das ist der Ort, wo man auf der B 77 durchfährt und wo der Wasserturm steht“, erzählt Busch, „viele Leute verbinden unseren Ort mit dem Wasserturm.“ Als unumstrittenes Wahrzeichen der Gemeinde hat es der 13 Meter hohe Turm, der in seiner aktiven Zeit mit Quellwasser aus Nindorf gespeist wurde, natürlich auch auf das Remmelser Dorfwappen geschafft.

Bis 1956 fuhr die Kleinbahn „Rosa“ direkt am Wasserturm vorbei. Das ehemalige Bahnhofsgebäude erwarb die Gemeinde 1988, um einen Gemeinschaftsraum einzurichten. Im Gemeindesaal im Alten Bahnhof finden seitdem unter anderem die Gemeinderatssitzungen, Vereinsversammlungen, die Spielstunden der Kindergruppe sowie die Übungsabende der Gymnastikgruppe, der Theaterspieler und der Tanzgruppe statt. „Der Alte Bahnhof ist unser Dorfmittelpunkt und der Gemeindesaal eine optimale Einrichtung für alle Vereine“, stellt Busch fest, „der Saal wird viel genutzt; wir müssen einen Terminkalender führen, damit es nicht zu Überschneidungen kommt.“ Als Bürgermeister, Hauptfeuerwehrmann und AC-Mitglied ist Busch selbst auch oft mit von der Partie, wenn im Gemeindesaal getagt oder gefeiert wird. Ein weiterer beliebter Treffpunkt der Remmelser ist die „Kuhle“: ein vom örtlichen Automobilclub ausgebauter Unterstand am Rande des Sportplatzes. „In den Sommermonaten finden viele Feste in der Kuhle statt“, vermerkt Busch. Die „Kuhle“ dient als Veranstaltungsort fürs Maifeuer und fürs Kinderfest. Von der Möglichkeit, die „Kuhle“ für 50 Euro als Party-Location zu buchen, machen auch Schulklassen Gebrauch. „Die Kuhle ist ein toller Treffpunkt“, sagt Busch, „das läuft super und muss auch so bleiben.“

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