Am Umzug scheiden sich die Geister

Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben / Neue Räumlichkeiten für die Stadtbücherei

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19. Juni 2015, 10:23 Uhr

Um mögliche Fördergelder bei der Aktiv-Region zu erhalten, muss für den Umzug des Museums in das Kesselhaus eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben werden (wir berichteten.) Der Sozial- und Kulturausschuss der Stadt segnete die dafür entstehenden Kosten von rund 20 000 Euro am Mittwochabend ab. Doch nicht alle waren mit der Empfehlung an die Stadtverordneten einverstanden. Das Projekt spaltet nach wie vor die Parteien.

„Mir scheint es so, als wäre das ein besonderes Anliegen der CDU und FDP“, brachte es Ausschussvorsitzender Michael Friedrich (SPD) auf den Punkt. „Es ist ein weiterer wichtiger Schritt Richtung Umsiedlung“, steuerte Torben Ackermann (CDU) dagegen. „Die Machbarkeitsstudie wird zudem mit 75 Prozent Fördermitteln unterstützt.“ „Wenn ich überlege, was wir in nächster Zeit alles auf der Agenda haben, gibt es wichtigeres, als den Museumsumzug“, so Friedrich weiter. „Ich sehe die Argumentation einfach nicht.“ Aufgrund der schlechten Haushaltslage der Stadt und der bereits geplanten Großprojekte (unter anderem DRK-Kindergarten Umbau, Haus der Verein und Verbände) wolle die SPD vorerst nicht weiter am Museum arbeiten. „Es ist nicht so, dass wir das prinzipiell nicht wollen, aber das Vorhaben sollte einige Jahre nach hinten verschoben werden“, gab auch Willi Gronewald, SPD-Fraktionsvorsitzender zu bedenken. Die FDP stimmte „mit Bauchschmerzen“ für die Machbarkeitsstudie, die sowohl Wirtschaftlichkeit, als auch andere wichtige Faktoren unabhängig durchleuchtet. Nur weil diese in Auftrag gegeben werden soll, hieße das noch lange nicht, dass das Projekt auch weiter verfolgt werde, so Bürgermeister Horst Krebs. „Auch für uns ist irgendwann eine Schmerzgrenze erreicht“, unterstützte Bernd Rohwer (CDU) die Aussage des Amtsinhabers. Am 30. Juni muss noch die Stadtverordnetenversammlung die Machbarkeitsstudie endgültig absegnen.

Den Jahresbericht der Stadtbücherei lieferte Leiterin Melanie Fechner ab. Trotz geringerer Ausleihen (acht Prozent weniger als im Vorjahr) sei man inhaltlich gut aufgestellt. Nur die Räumlichkeiten müssten ein neues Erscheinungsbild erhalten. „Leider haben wir das Image einer veralteten 70-er-Jahre Einrichtung“, bedauerte Fechner. Die Qualität der Räume sei nicht gut. „Die Beleuchtung ist schlecht, wir haben kein Tageslicht, der Putz weist Risse auf, der Teppichboden löst sich und die Schließfächer funktionieren noch immer nur mit einem D-Mark-Stück“, zeichnete die Leiterin einige Mängel auf. „Viele Autoren haben uns auch schon gesagt, dass sie nicht noch einmal zu uns kommen wollen.“ Inhaltlich sei man bestens aufgestellt, nur Äußerlich fehle es an allen Ecken und Kanten.

„Es ist kein Geheimnis, dass der Hausherr, Herr Staschewski, die Räumlichkeiten der Bücherei gerne für sich hätte“, teilte Bernd Rohwer mit. „Deshalb sind wir auf der Suche nach anderen passenden Möglichkeiten.“ Melanie Fechner gab zu, dass eine umfangreiche Sanierung der jetzigen Räume ausreichen würde, um die Qualität zu steigern, „und der Platz mitten im Rathaus hat auch durchaus seine Vorteile.“

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