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Aukrug : Am Boxberg soll mehr Heide blühen

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Stürme „Christian“ und „Xaver“ hatten den Weg für die Umbaumaßnahmen vorbereitet. Mit Bagger und Mulcher wurde der Boden bereitet.

Zurück in die Vergangenheit geht es auf dem Boxberg. Eine Ausweitung der Heide ist das Ziel der Mulch- und Baggerarbeiten, die einen kompletten Hang des Boxbergs zunächst einmal in eine Sandbodenwüste verwandelt haben. Als Ausgleichsmaßnahme für die neue 1,2 Hektar große Heidefläche wurden in Sarlhusen bereits 2,5 Hektar neuer Laubwald angepflanzt.

Den Standort für die aktuellen Umgestaltungsmaßnahmen haben die Herbststürme „Christian“ und „Xaver“ 2013 festgelegt. „Ursprünglich sollte die Heideerweiterung ja am anderen Südhang direkt an der B 430 stattfinden“, erläutern Petra Harms und Jan-Marcus Carstens vom Naturschutzring Aukrug. Da „Christian“ und „Xaver“ aber auf dem näher Richtung Homfeld gelegenen Hang ganze Arbeit geleistet und nur noch wenige Bäume stehen gelassen hatten, wurde umdisponiert. „Wir wollten nach diesen Stürmen nicht noch mehr Bäume wegnehmen und haben die Heideerweiterung deshalb verlegt“, berichtet Petra Harms. „Das Ziel dieser Maßnahme besteht darin, die traditionelle Nutzung und Heidebeweidung wie vor 100 Jahren wieder herzustellen“, sagt Jan-Marcus Carstens.

Vor 200 Jahren war der Boxberg noch von einem dichten Buchenwald bedeckt. Nachdem dieser zu Beginn des 19. Jahrhunderts abgeholzt worden war, verhinderten Weidetiere die Wiederbewaldung. Stattdessen breitete sich großflächig Heide aus. Die Bewahrung und Ausweitung der Heide als eine für Aukrug typische Kulturlandschaft, die sich die Kurt-und-Erika-Schrobach-Stiftung und der Naturschutzring auf die Fahnen geschrieben haben, deckt sich mit den Zielen des europaweiten ökologischen Schutzprogramms „Natura 2000“, zu dessen netzartigem Flächensystem auch der Boxberg gehört. Zur Zeit der Heide-Bauernwirtschaft wurden Heidepflanzen samt Rohhumusauflage und einem durchwurzelten Mineralbodenanteil mit Hilfe der Plaggenhacke per Hand entnommen. Die dabei gewonnenen Heideplaggen wurden in die Schafställe ausgelegt, um später als Dünger auf die Ackerflächen verbracht zu werden. Genau dieses Plaggen beziehungsweise Abplaggen ist jetzt auf dem Boxberg mit Hilfe großer Maschinen geschehen.

„Die Heide ist ein halbnatürliches Ökosystem, das ohne das Zutun des Menschen in dieser Größenordnung nicht vorkommen würde“, erklärt Carstens. Die Heide braucht nährstoffarme Bodenverhältnisse. Deshalb wurde auf der zukünftigen neuen Heidefläche nun die nährstoffhaltige Streuauflage, die sich durch die Nutzung als Nadelwald gebildet hatte, abgetragen.

Mit dem Ergebnis ist der Bargfelder sehr zufrieden: „Der Hang ist jetzt soweit abgeräumt, dass der typische Podsol-Untergrund zum Vorschein gekommen ist.“ Darauf kann die Heide bestens gedeihen. „Hier können jetzt die Heidesamen, die seit 100 Jahren im Boden überdauert haben, wieder aufkommen“, erklärt Carstens, „wir müssen also gar keine Heide säen – die kommt von ganz allein.“ Wenn sie wieder da ist, braucht die Heide aber die Unterstützung von vierbeinigen Landschaftspflegern. „Die Heide muss gepflegt werden, sonst würde die Fläche verbuschen.“ Deshalb werden in Zukunft Ziegen zum Einsatz kommen, um die drohende Verbuschung zurückzudrängen. Wenn die Heide auf diesem Hang wieder blüht, werden sich darüber die Insektenarten freuen, die auch auf den anderen acht Hektar Heideflächen des Boxbergs heimisch sind: Sandbienen, Sandwespen, Schwebfliegen sowie Käfer- und Schmetterlingsarten.


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