Dörpstedt : Altstorch aus einer Schonung gerettet

Helfende Hände: Helmut Pauls (links) und Willi Peper entlassen den Altstorch wieder in die Freiheit.
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Helfende Hände: Helmut Pauls (links) und Willi Peper entlassen den Altstorch wieder in die Freiheit.

Seit 1989 war der Vogel im Nest „Medau“ in Bergenhusen zu Hause. In diesem Jahr übernahm ein jüngerer Artgenossen den Platz.

shz.de von
24. Mai 2015, 06:00 Uhr

Glück im Unglück hatte ein älterer Storch vor zwei Tagen. Am frühen Morgen informierte ein Spaziergänger, der in einem Waldabschnitt am Ortsausgang von Dörpstedt mit seinem Hund unterwegs war, den Eigentümer des Waldes, dass sein Hund anschlug, weil ein Storch in der eingezäunten Schonung stolzierte und nicht herausfand. Er eilte zur Hilfe. Auch gemeinsam konnten sie den Storch nicht aus seiner misslichen Lage befreien, da der teilweise undurchdringbare Baum- und Buschbestand der Schonung ein Ausfliegen nicht ermöglichte und er auch nicht aus dem Dickicht durch eine Öffnung im hohen Zaun gejagt werden konnte. Nur Einfangen wäre eine Lösung.

Die daraufhin informierten „Storchenfreunde Hollingstedt“ (Willi Peper und Rainer Fährmann) trieben den Storch fachmännisch in eine Ecke, warfen eine Decke über den Storch, der sich sofort regungslos stellte. Da sie nicht sicher waren, ob der Storch einen Schaden erlitten hatte, wurde er zum „Michael-Otto-Institut“ nach Bergenhusen gebracht und von Dr. Martina Bode und dem Storchenbetreuer in Bergenhusen, Helmut Pauls, untersucht. Übereinstimmend waren sie der Meinung, dass er nicht in der Storchenstation gepflegt werden musste. „Es war ein Glücksfall, dass der Storch in diesem kaum besuchten Waldstück gefunden wurde. Er hätte dort kaum überlebt. Der Storch war beringt, so dass er einem Nest in Bergenhusen als Bewohner zugeordnet werden konnte. Als er freigelassen wurde, flog er sofort zu seinem Nest.

Dieser männliche Storch wurde 1985 mit Gefiederverletzungen in Wallsbüll aufgefunden, beringt, und zur weiteren Behandlung zu Dr. Hansen in Süderstapel gebracht. Anschließend kam er in die Bergenhusener Auffangstation und überwinterte dort. Von 1989 bis 2014 war er Brutvogel auf dem Nest „Medau“ neben der Gastwirtschaft „Hoier-Boier“. Dieses Jahr hatte er es wieder versucht, wurde aber von einem Jüngeren aus dem Nest gejagt. Er hatte den Zugtrieb verloren und war nie Zugvogel und so lebte er in einer Winter-WG mit der Störchin „Goliath“. Gefüttert wurden beide von Hermann Dirks. Die Storchenfrau wurde 1983 bei Dr. Hansen in einer Brutmaschine ausgebrütet, da die brütenden Störche das Nest verlassen hatten. Den Sommer verbrachten dann beide immer mit ihren Partnern. Der verirrte Storch zog noch 2014 drei Jungstörche groß.

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