zur Navigation springen

Rendsburg : Altstadt-Sanierung: Heute kann der Ausschuss Weichen stellen

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Gremium entscheidet über ein 6,7 Hektar großes Sondergebiet. Vorschlag der Verwaltung zur Abgrenzung und Kostenabschätzung liegen vor.

shz.de von
erstellt am 28.Okt.2013 | 19:14 Uhr

Die Finanzspritze aus Kiel hat einen zeitlichen Haken. Noch diesen Monat muss die Stadt Rendsburg sich entscheiden, ob sie das Geld annehmen will. Rund 4,4 Millionen Euro stellt das Innenministerium in Aussicht. Mit der Summe aus dem Städtebauförderungsprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ soll der unter Besucher- und Umsatzrückgang leidenden Altstadt neues Leben eingehaucht werden. Kehrseite des Angebots aus dem Breitner-Ressort: Die mit rund 40 Millionen Euro verschuldete Stadt müsste sich an der Sanierung finanziell beteiligen. Bis 2017 summiert sich der Eigenanteil auf 1,468 Millionen Euro. So steht es in einer Beschlussvorlage, über die heute um 17 Uhr im Alten Rathaus der Bauausschuss diskutieren und entscheiden wird.

Darf eine Stadt, die kein Geld mehr hat, weiteres in die Hand nehmen, um frisches Kapital zu generieren? Vor dieser Gewissensentscheidung steht das Gremium. Beim Blick auf den Zustand des Viertels fällt die Antwort leicht: Eine Erneuerung vieler Bauten ist überfällig. „Ca. 50 Prozent aller Hauptgebäude weisen einen hohen oder mittleren Modernisierungs- und Instandsetzungsbedarf auf“, heißt es in einer von der Stadt in Auftrag gegebenen „Vorbereitenden Untersuchung Altstadt Rendsburg“, deren Vorentwurf jetzt auf der Homepage der Stadt einzusehen ist (www.rendsburg.de). Die detaillierte Bestandsaufnahme ist Voraussetzung für die Genehmigung als Sanierungsgebiet.

Längst geht es um viel mehr als nur das brüchige Hertie-Haus. Vor allem im Bereich zwischen Altstädter Markt und Stadttheater hat der gewerbliche Leerstand erheblich zugenommen. Die Nienstadtstraße, noch vor zehn Jahren ein gut frequentierter Teil der Einkaufszone, gleicht teilweise einer Geisterkulisse. Im Stegen und Jungfernstieg ist die Situation kaum hoffnungsvoller.

Der Vorschlag der Verwaltung zur Abgrenzung des Sanierungsgebiets umfasst ein 6,7 Hektar großes Areal zwischen Schiffbrücken- und Hans-Heinrich-Beisenkötter-Platz (siehe Grafik). Mittendrin das Hertie-Haus – das die Stadt kaufen und abreißen lassen will. Auch die direkte Umgebung soll verschönert werden. Die Gesamtkosten dieser aus dem Rathaus gesteuerten Neugestaltung werden mit 13,13 Millionen Euro beziffert. Davon müsste Rendsburg in den kommenden zehn Jahren 3,96 Millionen Euro selbst aufbringen – vorausgesetzt, es fließen weitere Fördermittel des Landes. Was das übrige Sanierungsbiet angeht, wäre die Stadt auf private Investoren angewiesen.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen