Nord-Ostsee-Kanal in Breiholz : Altes Holz weicht neuem Stahl

Ausgedient: Nach dem Abtrennen des obersten Teils (links im Bild) lässt die Kanalverwaltung die Holzpfähle der alten Dalbenbündel einzeln ziehen. Im Hintergrund einer der neuen Stahldalben.
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Ausgedient: Nach dem Abtrennen des obersten Teils (links im Bild) lässt die Kanalverwaltung die Holzpfähle der alten Dalbenbündel einzeln ziehen. Im Hintergrund einer der neuen Stahldalben.

Bund investiert 50 Millionen Euro für Dalben in den Kanal-Weichen. Lebensdauer und Sicherheit erhöht.

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14. August 2018, 09:51 Uhr

Breiholz | Sicherer, langlebiger und unempfindlich gegenüber Bohrmuscheln. Mit den letzten Rammschlägen in den Weichen Breiholz und Oldenbüttel wurde der Austausch der Weichendalben im Nord-Ostsee-Kanal abgeschlossen. Die alte Variante aus gebündelten Holzpfählen ist dabei dem modernen Modell aus Stahl gewichen.

Seit Oktober 2017 hat dasWasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Kiel-Holtenau in vier Weichen der westlichen Kanalstrecke (Brunsbüttel Nord, Kudensee, Oldenbüttel und Breiholz) rund 220 Holzdalbenbündel gegen 176 neue Stahldalben austauschen lassen – Kostenpunkt: 13 Millionen Euro. „In guter Zusammenarbeit mit der beauftragten Arbeitsgemeinschaft, bestehend aus den Firmen Tiefbau Unterweser sowie der Wayss & Freytag Ingenieurbau, sind wir im geplanten Finanz- und Zeitrahmen geblieben“, erklärt Projektleiterin Sabine Zebermann vom WSA . Zuvor waren bereits die Dalben auf der Oststrecke zwischen Rendsburg und Kiel-Holtenau sowie in den weiteren Weichen der Weststrecke ausgewechselt worden. Insgesamt hatte die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) für dieses Projekt 50 Millionen Euro bereit gestellt.

Die neuen Dalben bestehen aus bis zu 30 Meter langen Stahlrohren mit einem Durchmesser von 1,52 Metern. Sie wiegen jeweils 25 Tonnen und haben am oberen Ende einen drehbaren Aufsatz, einen so genannten Kappenfender. „In den bereits umgerüsteten Weichen hat sich gezeigt, dass die neuen Dalben mit diesem Fenderaufsatz erheblich höhere Belastungen aushalten. Wir verzeichnen deutlich weniger Anfahr- und Reibeschäden“, erläutert Projektleiterin Zebermann. Außerdem seien die neuen Stahldalben unempfindlich gegenüber Bohrmuscheln, die den alten Holzdalben teils arg zugesetzt hatten. „Dazu kommt, dass die Stahldalben weit weniger aufwändig zu setzen sind als die zu Bündeln zusammengefassten Holzpfähle. In Verbindung mit ihrer erwarteten Nutzungsdauer von 45 Jahren gegenüber 15 Jahren bei Holzdalbenbündeln sind die Stahlmonodalben sehr wirtschaftlich“, sagt Zebermann. Die ersten neuen Dalben wurden 2008 in der Weiche Groß-Nordsee sowie im Binnen- und Nordhafen Kiel gesetzt. In in den nächsten Jahren folgten unter anderem Schülp, Audorf-Rade und Königsförde.

„Im Zuge der Maßnahme hat sich herausgestellt, dass die neuen Dalben den Anforderungen des Schiffsverkehrs gerecht werden. Die einzelnen Abschnitte haben wir darüber hinaus genutzt, um kleinere technische Optimierungen einfließen zu lassen“, so Zebermann zurück. So wurde die Höhe der Dalben über Wasser von 2,0 auf 2,5 Meter angepasst, die anfangs schwarz lackierten und mittig auf den Dalben montierten Poller wurden weiß gestrichen und rückten Richtung Kanalufer. Zudem wurden verschieden Haltesysteme getestet, von denen die wirtschaftlichste Variante dann im letzten Projektabschnitt verbaut wurde.

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