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Zukunft des Sports : Altersstruktur in Vereinen berücksichtigen

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Sportwissenschaftler stellten den Sportentwicklungsplan für den Kreis Rendsburg-Eckernförde vor.

„Aktuell relativ gut“, so bezeichnet Professor Jens Flatau die Voraussetzungen für das Sporttreiben im Kreis Rendsburg-Eckernförde. Der Sportwissenschaftler der Universität Kiel stellte sein Gutachten zur Sportentwicklung im Kreis vor, das dieser zusammen mit dem Kreissportverband (KSV) in Auftrag gegeben hatte.

Die vorhandenen Strukturen wie Sportstätten sowie die Angebote von Vereinen und anderen Sportanbietern müssten allerdings modifiziert werden, weil der Sport zukünftig mit neuen Herausforderungen durch den demographischen Wandel konfrontiert werde. Der Kreis Rendsburg-Eckernförde sei als Flächenkreis von dem generellen Rückgang und der Alterung der Bevölkerung besonders betroffen. Die Vereine müssten mit einem Rückgang bei den Älteren Mitgliedern rechnen. Wegen der niedrigen Geburtenrate werde es zudem zu Nachwuchsproblemen kommen, sagte Flatau. Die Sportvereine müssten ihre Angebote an den Präferenzen bestehender und potentieller Mitglieder ausrichten und für eine gute Qualität ihrer Sportangebote sorgen. Um trotz der rückläufigen demographischen Entwicklung einen Mitgliederrückgang zu vermeiden, sollten die Vereine flexibel und invetitionsbereit sein, forderte Flatau.

Ohne strukturelle Maßnahmen würden allerdings nicht alle Vereine „überleben“. Das gelte besonders für Mannschaftssportarten, welche eine bestimmte Anzahl von Aktiven in den einzelnen Altersklassen benötigen. Flatau wies auf die Möglichkeit von Zusammenschlüssen und der Bildung von Spielgemeinschaften als Lösung hin.

In dem Gutachten wird vorhergesagt, dass in Zukunft kleinere und flexiblere und somit vergleichsweise kostengünstige Sportanlagen nachgefragt seien. Kurzfristig gelte es, die vorhandenen Sportanlagen durch eine höhere Auslastung flexibler zu nutzen.

Dr. Thomas Liebsch-Dörschner verspricht sich von dem Gutachten Impulse für weitere regionale Sportentwicklungen. „Wir brauchen einen starken Sport mit Zukunftsperspektiven und eine Zukunftsplanung des Sports“, sagte der 1. Vorsitzender des Kreissportverbandes. „Einschließlich der Sportstätten, in und zwischen den Kommunen auf Augenhöhe mit Politik, Verwaltung und Sportvereinen.“

Der Büdelsdorfer Bürgermeister Jürgen Hein regte an, Sport als integrierten Teil der Stadtentwicklung zu sehen. So werde man beim Neubau der Heinrich-Heine-Schule auch Räume für die Nutzung durch kleine Sportgruppen einplanen. Die Vereine müssten neue Wege gehen, neue Angebote machen. Auf Spielplätzen wie in dem Wohngebiet Brandheide-Nord könnte im Sommerhalbjahr ein Übungsleiter zum Beispiel Gymnastikkurse für die Anwohner anbieten, sagte Hein gegenüber der Landeszeitung. „Motto: Der Sport kommt zu mir.“

„Nichts greifbar Neues“, so kommentierte der Schacht-Audorfer Bürgermeister Eckard Reese das Gutachten zur Sportentwicklung. Die Gemeinde arbeite schon jetzt gut mit dem Sportverein „Vineta“ zusammen, unterstütze die Jugendarbeit und stelle einen Vereinsbus zur Verfügung. „Und dass sich die Altersstruktur ändert, wissen wir selbst.“



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erstellt am 08.Okt.2014 | 06:00 Uhr

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