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60 Jahre Patenschaft : Alte und neue Heimat verbunden

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Aus der Redaktion der Landeszeitung

60 Jahre besteht die Patenschaft von Stadt Rendsburg und Kreis Rendsburg-Eckernförde: Das Gerdauener Heimatkreistreffen zu diesem Anlass wurde mit Freunden und russischen Bewohnern gefeiert. Eine Ausstellung im Rendsburger Rathaus erinnert an die Geschichte.

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erstellt am 22.Okt.2013 | 00:00 Uhr

Wo und was ist Heimat? Diese Frage stellte Rendsburgs Bürgermeister Pierre Gilgenast in seiner Festrede zum Hauptkreistreffen der Heimatgemeinschaft Gerdauen (ehemals Ostpreußen) am Sonntag im „Pelli-Hof“. Mehr als 100 Gäste konnte der Kreisvertreter der Gemeinschaft, Walter Mogk, zur Feierstunde begrüßen, mit der auch an die vor 60-jährige Patenschaft der Stadt Rendsburg und des Kreises Rendsburg-Eckernförde für die Heimatkreisgemeinschaft Gerdauen erinnert wurde.

„Heimat kann da sein, wo ich Zuhause bin, wo ich meine Arbeit habe oder da wo ich zur Schule gehe“, versuchte Gilgenast seine eingangs gestellte Frage zu beantworten. Heimat könne aber auch da sein, wo man seine Wurzeln hat. Diejenigen, die im Krieg fliehen mussten oder aus ihrer ostpreußischen Heimat vertrieben wurden, würden die Frage wohl anders beantworten, als die nachfolgenden Generationen, die in Frieden und Wohlstand aufwuchsen.

Viele Flüchtlinge haben in Schleswig-Holstein ein neues Zuhauses eine neue Heimat gefunden. „Sie haben Ihr Schicksal in die Hand genommen und etwas aus der Situation gemacht. Sie haben das Land wieder aufgebaut und sind mit Ihrer Lebensleistung, Lebenskraft und Ihrem Optimismus ein Vorbild für alle Menschen“.

Mit der Heimatkreisgemeinschaft Gerdauen und den Feierlichkeiten zum 60-jährigen Bestehen der Patenschaft werde in besonderer Weise ein Andenken an die verlorene Heimat bewahrt und zum Erhalt ostpreußischer Kultur und Geschichte beigetragen.

Die Gemeinschaft pflege zudem ein freundschaftliches Miteinander mit Russland und Polen, daraus seien Freundschaften entstanden, die bis heute Bestand hätten. „Sie leisten mit ihrer Arbeit einen wertvollen Beitrag für ein friedliches Miteinander und für eine friedvolle Zukunft, danke für diese gelebte Partnerschaft“, sagte Rendsburgs Bürgermeister.

Auch Kreispräsident Lutz Clefsen betonte, dass die Kenntnis der Vergangenheit, das Anerkennen und die Heimatpflege zusammengehörten. Es sei wichtig, das kulturelle Andenken an Gerdauen zu bewahren. Es sei jedoch schwierig, dieses Erbe über die nächsten Generationen noch zu erhalten. Deshalb stimme ihn der Schüleraustausch zwischen Hanerau-Hademarschen und dem russischen Krylowo (ehemals Nordenburg) sehr freudig, „ich finde den Gedanken dieser Begegnung sehr gut“, sagte Clefsen. Auf diese Weise werde das Andenken und die Verbundenheit von einer Generation zur nächsten weiter getragen.

1995 wurde dieser Austausch von der Steenfelderin Marianne Hansen, die in Gerdauen geboren wurde, ins Leben gerufen und „leistet einen kleinen Beitrag zur Verständigung der Jugend in Europa“, sagte Heike Brunkert, Schulleiterin der Theodor-Dörfergemeinschaftschule in Hanerau-Hademarschen und Todenbüttel.

Im Rahmen des Patenschaftsjubiläums stellten die 14 russischen und deutschen Schüler ihren Austausch vor, der eine hervorragende Gelegenheit sei, die Länder, deren Kulturen, Sprache und Alltag kennenzulernen, sagte Iwan Tjuljandin, Schulleiter in Krylowo in seiner Grußrede, die von Deutschlehrerin und Begleiterin der Schülergruppe, Nadezhda Iwanowa,übersetzt wurde. Er bedankte sich bei allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit und hofft, dass es noch viele weitere Treffen geben wird.

Mitorganisator Hans Alsen versprach: „Auch nach 18 Jahren ist der Austausch trotz der vielen Arbeit und Vorbereitung sehr spannend. Wir bleiben in Freundschaft verbunden.“

Von Freitag bis Sonntag fand das Treffen der Heimatkreisgemeinschaft mit einem vielfältigen Veranstaltungs-Programm statt. Zum 60-jährigen Bestehen der Patenschaft wurde im Foyer des Neuen Rathauses eine Ausstellung eröffnet, die zu den Öffnungszeiten des Rathauses angeschaut werden kann.

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