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Maibaum für Rendsburt : Alte Tradition lebt neu auf

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Auf dem Altstädter Markt gab es schon einmal einen Maibaum – aber nur eine Leserin erinnert sich daran. Der neue Maibaum wurde am Mittwoch mit Musik aufgestellt. Zahlreiche Sehleute genossen das Ereignis bei Bier und Bratwurst.

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erstellt am 29.Apr.2014 | 17:45 Uhr

Lang und dünn ist er, blaugeringelt und steht ein bisschen versteckt. Aber Ratsherr Lothar Möhding ist stolz. Auch Christoph Winkler von der Interessengemeinschaft Altstädter Markt freut sich: Rendsburg hat einen Maibaum. Bei strahlendem Sonnenschein und Marschmusik waren die Männer von der Freiwilligen Feuerwehr am späten Mittwoch Nachmittag mit ihrem Hubwagen angerückt und hatten den Baum aufgestellt. Ein Ereignis, das sich zahlreiche Sehleute nicht entgehen ließen. Und der NDR sendete seinen Wetterbericht mit Marschmusik im Hintergrund.

Als „Rendsburgs erster Maibaum“ war er angekündigt worden – doch ist er das tatsächlich? „Nein“, sagt Dorothea Stockheim. „1995 stand schon ein Maibaum auf dem Altstädter Markt.“ Damit konfrontiert, schüttelt Ratsherr Möhding den Kopf. Daran kann er sich nicht erinnern. Christoph Winkler ist ratlos. Und Peter Dünne, der jahrelang einen Kiosk auf dem Marktplatz betrieb, zuckt mit den Schultern. Ein kollektiver Gedächtnisverlust. Denn: Dorothea Stockheim hat ein Beweisfoto.

Die Zeitungsnotiz von der Maibaum-Aufstellung hatte der 76-jährigen Rendsburgerin keine Ruhe gelassen. Darum suchte sie so lange, bis sie das Foto gefunden hatte. Sie hatte selbst fotografiert. Aber ob es in den Jahren davor auch schon einen Maibaum gab – das erinnert auch sie nicht. Markus Kraft vom „Recall“ ist das sowieso egal. „Wir fangen neu an“, erklärt er. Und Möhding bekräftigt: „Es ist schön, wenn eine alte Tradition neu auflebt.“

Baum und Event sind eine Initiative der Interessengemeinschaft Altstädter Markt. Peter Dünne erzählt, dass er in früheren Jahren versucht hatte, die Tradition zum 1. Mai wieder zu etablieren. Er scheiterte am Geldmangel. Die Unternehmer vom Markt erwiesen sich jetzt als findig: Der Baum ist ein ausgedienter Fahnenmast, den der Umwelt- und Technikhof (UTH) zur Verfügung gestellt hat. Mit blauem Band wurde er einwenig verschönt. Und die Feuerwehr half freiwillig und unentgeltlich. „Ich finde das toll“, freut sich Peter Dünne über Idee und Event.

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