Gelände der Eiderkaserne : Alte Kfz-Halle als neues Zuhause fürs Druckmuseum?

Museumschef Martin Westphal zeigt den Ausschussmitgliedern das Gebäude.
Museumschef Martin Westphal zeigt den Ausschussmitgliedern das Gebäude.

Der Kulturausschuss unterstützt Pläne von Museumsleiter Martin Westphal. Denn die umfangreiche Garnisonsgeschichte der Stadt erfordert mehr Platz.

shz.de von
22. Mai 2015, 05:47 Uhr

Die Kfz-Halle auf dem Gelände der ehemaligen Eiderkaserne scheint perfekt für das Druckmuseum geeignet zu sein: Das Kulturzentrum ist nur ein paar Schritte entfernt, die Halle besticht durch ihren historisch-technischen Charme und auf den 538 Quadratmetern hätten die alten Maschinen ausreichend Platz. Deshalb versucht Dr. Martin Martin Westphal, Leiter der Museen im Kulturzentrum, schon seit Jahren, den roten Backsteinbau für eine museale Nutzung zu sichern. Am Mittwoch wagte er einen erneuten Versuch. Er führte die Mitglieder des Ausschusses für Kultur, Bildung und Sport vor ihrer Sitzung durch die alte Halle und erklärte, warum dieser Ort perfekt für das Druckmuseum sei.

Als Museumsleiter bekam Westphal vor einigen Jahren den Auftrag von der Ratsversammlung, sich um die Garnisonsgeschichte der Stadt verstärkt zu kümmern. Im Moment habe dieser so wichtige Teil der Rendsburger Geschichte viel zu wenig Platz im historischen Museum im Hohen Arsenal, machte Westphal am Mittwoch deutlich. Sein Vorschlag: Das Druckmuseum, das sich derzeit im Erdgeschoss des Museums im Kulturzentrum befindet, soll in die Kfz-Halle umziehen. So könnten dort, wo jetzt noch die alten Druckmaschinen stehen, die Exponate für die Garnisonsgeschichte ausreichend Platz finden. „Das wäre für uns ein Befreiungsschlag“, sagte der Museumsleiter. „Wir warten schon so lange auf das Signal. Wir brauchen dringend mehr Platz für die Garnisonsgeschichte.“

Derzeit dient die Kfz-Halle als Lagerraum für die Stadt. Alte Turnmatten lehnen an der Wand, ein Bauwagen steht in der Mitte und auch Teile der Ausstattung für die Kinderstadt „Jerry Town“ liegen hier. Dass früher in der Halle einmal Autos repariert wurden, sei für Westphal ein weiterer Grund, warum das Druckmuseum dort ideal reinpassen würde. „Ein technisches Museum kommt in ein technisches Gebäude.“

Zuletzt waren die Erweiterungspläne für das Museum im Dezember 2013 auf Eis gelegt worden. Die angespannte finanzielle Lage nannten die Lokalpolitiker als einen der Gründe, warum die Kfz-Halle verkauft und nicht an das Museum gehen sollte. Als zweite mögliche Option war noch die frühere Zahnarztstation der Kaserne im Gespräch. Doch die alte Werkstatt sei nach Ansicht Westphals „das Filetstück“. Dort könne er sich vorstellen, das Druckmuseum eins zu eins unterzubringen.

Die Mitglieder des Kulturausschusses konnte der Museumschef von der Dringlichkeit einer Museumserweiterung überzeugen. Sie fassten einstimmig den Beschluss, dem Bauausschuss zu empfehlen, die Kfz-Halle für das Museum zu reservieren. Dieser wird erneut über das Thema beraten.

Der Bauausschuss tagt am Dienstag, 23. Juni, um 18 Uhr im Alten Rathaus. Der Kulturausschuss kommt bereits am Mittwoch, 10. Juni, wieder zusammen. Sitzungsbeginn ist um 18 Uhr.

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