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Borgstedt : Alte Handys sollen recycelt werden

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

357 Mobiltelefone gingen bei der Abfallwirtschaft ein / Ältester „Knochen“ stammt aus dem Jahr 1988

shz.de von
erstellt am 15.Apr.2014 | 08:00 Uhr

Wer mit diesem Gerät längere Telefonate geführt hat, der muss kräftige Oberarme gehabt haben: Satte 620 Gramm bringt das Alcatel SEM 340 T auf die Waage. Das Mobiltelefon aus dem Jahr 1988 war das älteste, das jetzt im Rahmen einer Aktion bei der Abfallwirtschaft Rendsburg-Eckernförde (AWR) abgegeben wurde. „Damit wollten wir den Gedanken des Recycling in die Köpfe der Leute bringen und dazu aufrufen, Althandys bei uns abzugeben“, erklärte der AWR-Geschäftsführer Ralph Hohenschurz-Schmidt.

Insgesamt fanden 357 Mobiltelefone den Weg zu den AWR-Recyclinghöfen. „Nun können die Wertstoffe und die seltenen Erden, die in den Handys stecken, wieder in den Wertstoffkreislauf zurückgeführt werden“, sagte Hohenschurz-Schmidt. Die teilweise nostalgischen Telefone werden jetzt zur Deutschen Umwelthilfe geschickt, von dort werden sie zur Telekom weitergeleitet. „Die Telekom zahlt drei Euro für jedes Handy. Davon geht jeweils die Hälfte an die Deutsche Umwelthilfe und an das Freiwillige Ökologisches Jahr Schleswig-Holstein“, erklärte Julika Riemke. Die 21-Jährige absolviert zurzeit ihr FÖJ über den Träger Koppelsberg aus Plön beim AWR und war an der Organisation rund um die Aktion „Wer hat das älteste Handy “ beteiligt. Laut AWR-Sprecherin Marina Romero-Wetzel startete die Aktion, die von Anfang Februar bis Ende März andauerte, ein wenig schleppend. Zahlreiche Handys seien erst zum Ende hin abgegeben worden.

Das „Siegerhandy“ reichte Helge Bannascher ein. Er hatte es im Jahr 1990 aus dem Kreis seiner Familie bekommen, als er für einige Jahre aus beruflichen Gründen die Heimat in Richtung Berlin verlassen und eine Fernbeziehung mit seiner Ehefrau führen musste. „Allerdings habe ich dieses Handy nie benutzt. Denn schon kurze Zeit später kamen die ersten ‚echten‘ Handys auf den Markt“, sagte der Fockbeker, der sich damals für sein Mobiltelefon sogar noch eine Außenantenne für das Auto zulegte.

Das eher an ein Funkgerät erinnernde Mobiltelefon ist 19 Zentimeter lang, die ausklappbare Antenne bringt es allein auf stolze 27 Zentimeter. Bannascher fand es in seinem Keller wieder. „Ein junger Arbeitskollege wollte bei der Aktion mitmachen. Dem habe ich gleich gesagt, dass er keine Chance hat“, sagte ein schmunzelnder Gewinner, der als Preis ein Smartphone der neuesten Generation mit nach Hause nehmen durfte. Weitere Preise wie Handytaschen aus recyceltem Material wurden verlost. „Für uns als AWR war die Aktion auch der Einstieg in die sozialen Medien, da wir nun auch auf Facebook vertreten sind. Dort kommunizieren viele unserer zukünftigen Kunden, dort müssen auch wir sprechbereit sein“, sagte Ralph Hohenschurz-Schmidt: „Seit letzter Woche sind die Abfuhrtermine der AWR auch auf der Abfallkalender-App ‚MyMüll.de‘ freigeschaltet.“

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