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Dorfmuseum Sehestedt : Altardecke aus Büstenhalter gefertigt

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Es ist eines der „Schätze“ des Museums: Das Modell der Kiche St. Peter und Paul von Sehestedt. Details wie der Kronleuchter und der Wetterhahn begeistern mit Genauigkeit. Nach aufwändiger Restaurierung steht das Modell jetzt wieder im Dorfmuseum.

Ein Modell der Kirche St. Peter und Paul ist einer der Anziehungspunkte im Dorfmuseum Sehestedt. Schülerinnen und Schüler haben die Dorfkirche in den Jahren 1959 bis 1961 detailgetreu und mit großem Aufwand unter der Leitung des Lehrers Kaun nachgebaut. Nach einer umfangreichen Restaurierung steht das Modell jetzt wieder an seinem Platz.

Am Sonnabend berichteten die Restauratoren Hanno und Madeleine Alsen über ihre Arbeit. „Der alte Charme des Modells ist wieder erlebbar“, so Hanno Alsen. Ziel sei gewesen, den Alterswert zu erhalten. Die aufwändige Reinigung aller Teile, aber auch die Festigung und teilweise Ergänzung seien nötig gewesen, um das Kirchenmodell zu restaurieren. Alsen berichtete den 25 interessierten Zuhörern im Dorfmuseum, dass bei dem Bau des Modells verschiedenste Materialien benutzt wurden, die damals gerade greifbar waren. „Die Altardecke ist aus dem Büstenhalter der Lehrersfrau gefertigt worden“, erklärte Madeleine Alsen, die die detaillierte Ausführung der Kirche hervorhob. Die Kronleuchter an der Decke und der Wetterhahn auf der Kirchturmspitze seien kleine Meisterwerke. Das Mauerwerk ist aus kleinen Kieseln und aus unzähligen, rot gestrichenen Holzstückchen aufgebaut. Der Dachstuhl und auch das Innere der Kirche wurden minutiös nachgestellt. „Um den Dachstuhl zu konstruieren, wurden im Mathematikunterricht Berechnungen angestellt und Zeichnungen gemacht, bevor die Schüler sich an den Bau machten“, weiß Susanne Fedders aus Aufzeichnungen. Die Vorsitzende des Fördervereins Dorfmuseum Sehestedt zeigte sich erfreut über die fachmännische Restaurierung der Kirchenmodells. Zugleich hat der Verein auch einen Globus und ein Landschaftsrelief restaurieren lassen. Die Kosten von 3000 Euro hat der Förderverein aus seiner Kasse und mithilfe von Spendern bezahlt. Jetzt haben die Hanno und Madeleine Alsen noch das Modell des alten Schulhauses in ihrer Werkstatt in Sievershütten. Die Restaurierung wird 2400 Euro kosten. Der Kreis und die Gemeinde Sehestedt übernehmen die Finanzierung.
„Die Besucher waren von dem Vortrag des Restaurators über seine Arbeit begeistert“, freute sich Susanne Fedders. Wenn das Schulmodell wieder im Museum ist, will Hanno Alsen erneut Einblicke in sein Tun geben.
„Dann hoffentlich mit mehr Interesse aus dem Dorf“, hofft Fedders. Denn obwohl alle Haushalte mit Handzetteln über die Veranstaltung zum Kirchenmodell informiert wurden, sei die Resonanz gering gewesen.

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erstellt am 01.Feb.2015 | 19:45 Uhr

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