zur Navigation springen

Handball-Oberliga : Alt Duvenstedter haben nichts zu verlieren

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Beim ungeschlagenen Tabellenführer ist der TSV kasser Außenseiter.

shz.de von
erstellt am 28.Feb.2014 | 05:48 Uhr

Die Oberliga-Handballer des TSV Alt Duvenstedt gelten als faire Sportsmänner. Deshalb fahren sie heute Abend auch brav zum ungeschlagenen Klassenprimus Flensburg-Handewitt II, selbst wenn der Tabellenvorletzte praktisch chancenlos ist. Hätte der TSV die Alternative, die Punkte mit der Post zu schicken, er würde es wohl tun. Alleine um sich die Anfahrt zu sparen und keine weiteren Verletzungen zu riskieren.

Der TSV dürfte beim designierten Aufsteiger in die 3. Liga auf verlorenem Posten stehen. Das ungleiche Duell wird um 20.30 Uhr angepfiffen. Das Motto der Gäste: Wir haben nichts zu verlieren, aber auch nichts zu gewinnen. TSV-Trainer Thomas Carstensen hat sich – anders als üblich – nicht näher mit dem Gegner beschäftigt. „Wir wollen die Partie nutzen, um uns auf die viel wichtigere Partie gegen Wift am kommenden Freitag vorzubereiten. Vor allem wollen wir nicht so viele Fehler machen wie zuletzt“, fordert der Coach. Sein Team solle aus den kleinen positiven Erfolgserlebnissen, die selbst gegen eine Übermannschaft wie die SG möglich sind, frisches Selbstvertrauen ziehen. Das Endergebnis sei zweitrangig. Egal, wie hoch die erwartbare Klatsche ausfallen wird.

Die Personalsituation der Alt Duvenstedter als prekär zu bezeichnen, wäre maßlos untertrieben. Ein Häuflein von sechs aufrechten Spielern begrüßte Carstensen am Dienstag beim Training, darunter zwei Torhüter. Mehr als ein paar Wurfübungen und ein Basketballspiel Drei gegen Drei war nicht drin. Das Verletzungspech bleibt dem TSV treu. Carstensen vergleicht die Situation mit der im heimischen Haushalt. Genauso wie es sein hochdekorierter Fußballkollege Jürgen Klopp in einer Pressekonferenz unter der Woche tat: „Wenn die Waschmaschine kaputt geht, ist am nächsten Tag der Trockner auch im Arsch – und dann geht meist noch der Fernseher kaputt.“ Beim Dienstagstraining fehlten Carstensen Tim Frahm (Pferdekuss), Ruben Hagge, Matti Voß (beide Schulter), Sascha Schwarz (Arbeit), Marian Palkus (Knie), Thomas Höpfner und Matthias Koslowski (krank). Zum Langzeitausfall Palkus gesellt sich jetzt wohl auch noch Voß, dessen zehnminütiger Einsatz gegen St. Pauli eher kontraproduktiv für den Heilungsprozess der lädierten Schulter war.

Carstensen will in Handewitt nichts riskieren. Angeschlagene Spieler werden geschont. Immer im Blick: die nächste Aufgabe gegen Wift. Springt gegen die Neumünsteraner kein Sieg heraus, wird die Luft im Abstiegskampf so dünn, dass ohne Sauerstoffgerät wohl nichts mehr geht.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen