Hohn : Als „kleiner Botschafter“ in die USA

Dort geht die Reise hin: Dr. Johann Wadephul und Lasse Jungjohann zeigen auf dem Globus, wo sich St. Louis befindet.
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Dort geht die Reise hin: Dr. Johann Wadephul und Lasse Jungjohann zeigen auf dem Globus, wo sich St. Louis befindet.

Hohner Schüler fliegt mit Unterstützung des Parlamentarischen Patenschaftsprogramms für ein Jahr zum Austausch in die Vereinigten Staaten.

shz.de von
07. Juli 2015, 14:20 Uhr

Die große Reise rückt für Schüler Lasse Jungjohann immer näher: Am 6. August beginnt sein Austauschjahr in den Vereinigten Staaten. Der 16-jährige Hohner fliegt in Kooperation mit dem Parlamentarischen Patenschaftsprogramm (PPP) nach Ballwin, Missouri.

Aus mehreren hundert Bewerbern hat er sich durchgesetzt. In der Endrunde hat der Bundestagsabgeordnete Dr. Johann Wadephul (CDU) ihn aus fünf Bewerbern ausgewählt. „Lasse ist ein taffer, wacher Typ. Er hat gezeigt, dass er zu Ende bringt, was er sich vorgenommen hat. Außerdem gehört er zu den Menschen, die auch zuhören können.“ Mit diesen Worten begründet Wadephul seine Wahl für den Schüler des Kronwerk-Gymnasiums. Dessen etwa 50 Seiten dicke Bewerbung hat neben des guten Zeugnisses diverse Empfehlungsschreiben von Lehrern, der Kirche und seinem Sportverein enthalten. Außerdem musste er erklären weshalb er den Austausch gerne absolvieren möchte und das PPP ausgerechnet ihn auswählen soll. Aus dem Urlaub kenne Lasse die USA schon und seine Familie habe dort Freunde. Wadephul betonte, der Organisation sei es wichtig, dass die Schüler dort als „kleine Botschafter“ agieren. Ihm zufolge sollen sie den Vorurteilen entgegenwirken, dass die Deutschen nur Lederhosen tragen und Sauerkraut verspeisen. Außerdem sollen sie Ideen und ein Verständnis für das Denken der Amerikaner aus den Vereinigten Staaten mit zurückbringen.

Für den Aufenthalt musste Lasse ein umfangreiches Bewerbungsverfahren absolvieren. Das habe etwa ein Jahr gedauert, erzählte die Mutter des Schülers. Zunächst wurde ihm in einer Fünfergruppe Aufgaben gestellt, darauf folgte ein Gruppengespräch. Danach musste der 16-Jährige sich in einem Einzelgespräch beweisen, bis es dann zum Vorstellungsgespräch bei Wadephul kam. „Als ich dann ausgewählt wurde, musste ich nach Berlin zur Vorbereitung. Dort habe ich unter anderem etwas über die deutsche und amerikanische Geschichte gelernt und mir wurde gezeigt, wie ich Deutschland am Besten in den USA präsentiere,“ erklärte Lasse Jungjohann. Die Organisation verlangt von dem Austauschschüler, dass er für 20 Stunden eine soziale Arbeit leistet. Das kann unter anderem im Kindergarten, einem Seniorenheim oder eine Mannschaftssportart sein. Am meisten freue sich der Schüler auf seine neue Schule und den Sport in Amerika, da er selbst begeisteter Handballer bei der HSG Eider Harde ist.

Für etwa zehn Monate wird er in der Stadt Chesterfield zur „Marquette High School“ gehen. Seine Gastfamilie, die rund 40 Kilometer von St. Louis entfernt wohnt, durfte er schon über das Internet kennen lernen. Dabei steht Wadephul dem Schüler zur Seite. Er lud die Familie Jungjohann vor der Reise zu sich in das Reichstaggebäude ein und zeigte ihr unter anderem den Bundestag. Außerdem soll sie nach dem Austausch noch einmal nach Berlin kommen, damit der 16-Jährige über seine Reise berichten kann. Lasses Mutter sagte begeistert, er ginge als Junge und komme als Mann wieder. Außerdem verriet sie, dass die Familie die laufenden Kosten für das Austauschjahr selbst bezahlen muss. Dafür fallen 9900 Euro an. Die Kosten für den Flug und Transfer sowie die Kosten, die für das Visum entstehen, zahle aber die Organisation. „Für alle Familien gelten die gleichen Regeln“, sagte Wadephul. Familien mit weniger Geld erhalten keinen weiteren Zuschuss.

„Um so näher der Abflugtermin kommt, desto aufgeregter werde ich,“ sagte Lasse Jungjohann zu seiner bevorstehenden Reise.

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