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Arche Warder : Als Großsteingräber in Mode kamen

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Neue Ausstellung in der Arche Warder beschäftigt sich mit der gemeinsamen Geschichte von Menschen und Tieren seit der Steinzeit.

„Der Mensch und seine Haustiere“ heißt die neue Ausstellung, die beim „Steinzeit Live“-Aktionstag im Tierpark Arche Warder eröffnet wurde. Mithilfe von Dioramen, Informationstafeln und archäologischen Exponaten wird die gemeinsame Geschichte des Menschen und seiner Haustiere in den vergangenen 7500 Jahren dargestellt. Die Ausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt der Arche Warder und des Steinzeitparks Dithmarschen (Albersdorf), das vom Institut für Ur- und Frühgeschichte der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel wissenschaftlich begleitet wurde.

„Mit dieser Ausstellung möchten wir an die Jahrtausende alte Geschichte der Mensch-Tier-Beziehung erinnern, die heute angesichts moderner Landwirtschafts- und Produktionsmethoden vielfach in Vergessenheit geraten ist“, sagte Dr. Rüdiger Kelm vom Steinzeitpark Dithmarschen, „das biologische Erbe und die kulturellen Hinterlassenschaften und Traditionen dieser uralten Beziehung sind heute teilweise stark in ihrem Bestand bedroht und benötigen deshalb Verständnis und vor allem unseren Schutz.“ „Alle Haustiere sind nicht vom Himmel gefallen, sondern haben Wildtiere als Vorfahren“, erklärte Tierparkdirektor Prof. Dr. Dr. Kai Frölich und zeichnete die Domestikation aller Nutztierrassen nach. „Domestikation hat nichts mit Zähmung zu tun“, stellte Frölich klar, „Domestikation bedeutet genetische Veränderung: Zucht durch Auslese.“

Der Tierparkchef formulierte auch die wichtigste Botschaft, welche die Ausstellungsbesucher mit nach Hause nehmen sollen: „Die Message besteht darin, dass wir als Menschheit zurzeit nicht nachhaltig leben. Seit 1980 schon verbrauchen wir das 1,5-fache von dem, was die Welt hergibt – das ist genau das Gegenteil von Nachhaltigkeit.“

Die Ausstellung „Der Mensch und seine Haustiere“ bleibt bis Ende August im „Haus der Natur“ der Arche Warder, und ist dann ab dem 10. September im Museum für Archäologie und Ökologie in Albersdorf zu sehen.

Im Steinzeitdorf der Arche Warder konnte man gestern Bogenschießen, Wolle spinnen, Korn mahlen, Stockbrot backen oder sich geröstete Haselnüsse schmecken lassen. Prof. Dr. Wiebke Kirleis vom Institut für Ur- und Frühgeschichte der CAU hatte ein Kulturpflanzen-Quiz aufgebaut, bei dem die Besucher allerlei Nutzpflanzen der passenden Epoche der Menschheitsgeschichte zuordnen sollten. Das Steinzeitdorf der Arche Warder ist in der Jungsteinzeit (3500 v. Chr.) angesiedelt, und in dieser Epoche waren Gerste, Einkorn und Emmer die bevorzugten Weizenanbausorten.

3600 v. Chr. kamen hierzulande auf einmal Großsteingräber in Mode. Genau ein solches Megalithgrab soll am 14. Mai ab 14 Uhr vor dem Audimax in Kiel entstehen. Ein archäologisches Experiment, zu dem die Arche Warder zwei vierbeinige Helfer entsendet. Die Hinterwälder Rinder „Beate“ und „Schorsch“ sollen mit einem Ochsenkarren Flintsteine zum Bauplatz vor dem Audimax schleppen. „Die beiden Rinder liefern das Baumaterial, und das Megalithgrab wird dann von Menschenhand errichtet“, kündigte Prof. Dr. Wiebke Kirleis an.

 

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