Osterrönfeld : Als Feuerwehrmann auf der Hochbrücke im Einsatz

Einsatz auf der Hochbrücke: Hermann Pahl musste während seiner Zeit bei der Feuerwehr einige Male Brände auf dem Bauwerk löschen.
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Einsatz auf der Hochbrücke: Hermann Pahl musste während seiner Zeit bei der Feuerwehr einige Male Brände auf dem Bauwerk löschen.

LZ-Serie „Lieblingsorte – Lieblingsplätze“: Urgestein Hermann Pahl über sein Heimatdorf Osterrönfeld.

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30. Juni 2014, 15:19 Uhr

Was verbindet Menschen mit dem Ort, in dem sie leben? Welche Erinnerungen werden wach? Und an welche Lieblingsplätze kehren sie gern zurück? Mit Persönlichkeiten aus Rendsburg, Büdelsdorf, Fockbek, Schacht-Audorf, Osterrönfeld und Westerrönfeld unternahmen wir einen Spaziergang durch ihre Gemeinde. Im fünften Teil stellt Hermann Pahl Osterrönfeld vor.

„Das ist ja mein Bruder. Das sehe ich jetzt zum ersten Mal.“ Fasziniert betrachtet Hermann Pahl das historische Foto eines Kalenders. Es zeigt die Osterrönfelder Kinder beim Vogelschießen um 1950. Pahl ist ein echtes Osterrönfelder Urgestein, deswegen ist auch sein Gesicht auf der ein oder anderen historischen Aufnahme zu finden. Im Ort 1937 geboren, lebten damals ungefähr 1100 Menschen dort. Seitdem hat sich das Dorf vom ländlichen Idyll mit Bauernhöfen, einer Schmiede und Kolonialwarenhändlern mitten im Ort zu einer kleinen Stadt mit vielen Gewerbe- und Neubaugebieten gewandelt. Mittlerweile hat Osterrönfeld 5187 Einwohner.

Pahl lebt seit seiner Geburt in Osterrönfeld. Dort besuchte er auch die Schule. „In dem Gebäude ist mittlerweile die Gemeindeverwaltung“, sagt er auf dem Rundgang durch den Ort. Zu jedem Gebäude, jeder Straße und jeder Person fällt ihm eine Geschichte ein. So auch zur alten Schule: „Hinter dem Gebäude standen Obstbäume. Die Lehrer haben aufgepasst wie die Schießhunde, dass wir uns dort nicht bedienen.“

Nach der Schule machte Pahl eine Ausbildung zum Landmaschinenmechaniker, war auf Montage, ehe er 1963 Hausmeister der neu erbauten Aukamp-Schule wurde. Auf der Fahrt ins Wilde Moor erinnert sich Pahl an seine Arbeit beim Bauhof, den er ab 1979 leitete. „Die Wege gehörten mit zur Gemeinde und ich hatte sie in meiner Verantwortung.“ Mittlerweile fährt er nur noch privat mit seinem Rad in die Natur hinaus. Seit 2000 genießt Pahl seinen Ruhestand und widmet sich seinen Hobbys – dem Kegeln und der Feuerwehr. Seit 60 Jahren ist er Mitglied, war 17 Jahre Wehrführer und sechs Jahre Amtswehrführer. Seine Leidenschaft wird spürbar, wenn er die historischen Helme, Pumpen und Fahrzeuge, wie etwa den 1958 in Dienst gestellten TLF 16, im Gerätehaus zeigt.

Auf die Frage, was man in Osterrönfeld auf jeden Fall gesehen haben muss, hat Pahl die Antwort sofort parat: Hochbrücke und Schwebefähre. Auch als Ur-Osterrönfelder ist er immer wieder von den Bauwerken und dem Treiben auf dem Kanal begeistert. Sein großes Hobby, die Feuerwehr, lässt ihn auch hier nicht los: „Ende der 1950er hatten wir öfter Einsätze auf der Brücke. Damals lagen dort oben noch Holzbohlen, die von der Glut der Züge entzündet wurden. “ Dann hieß es, in voller Montur mit zwei Schläuchen unter den Armen die steile Wendeltreppe hoch. Das Löschen war kein Problem, aber: „Als wir oben ankamen, waren wir erstmal ganz schön kaputt.“

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