zur Navigation springen

Ausstellung in Sehestedt : Als es im Dorf noch eine Schule gab

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Alte Familienfotos und historische Postkartenmotive zeigen „Sehestedt im Wandel der Zeit“. Die Sonderausstellung weckt Erinnerungen.

shz.de von
erstellt am 25.Jul.2017 | 13:03 Uhr

Das Dorfmuseum Sehestedt zeigt in einer Sonderausstellung die Veränderungen auf, die der Ort im Laufe der Jahrzehnte erfahren hat. Bilddokumente aus alten Zeiten werden dabei Aufnahmen gegenüber gestellt, die aktuell vom gleichen Standpunkt aus gemacht wurden. Texte zur Geschichte der Häuser und Gewerbebetriebe informieren über „Sehestedt im Wandel der Zeit“ und regen die Erinnerungen der Besucher an. Am Eröffnungstag standen sie an allen Schautafeln in kleinen Gruppen und diskutierten angeregt über das, was sie wiedererkannten.

Rüdiger Sell wurde in Sehestedt geboren und lebt heute noch in dem Dorf. „Da wo unsere Schule stand, ist heute der Kindergarten“, berichtet der 62-Jährige. Er weiß noch genau, dass er häufig Holz und Briketts aus einem Schuppen bei der Lehrerwohnung holen musste, damit das Feuer im Ofen zum Heizen der Klassenzimmer brannte. „Das jährliche Vogelschießen war der Höhepunkt im Dorf“, stellt Sell fest. Wie heute noch führte der Umzug mit dem Königspaar von der Südseite mit der Fähre über den Nord-Ostsee-Kanal zur Nordseite, wo groß gefeiert wird.

Joachim Becker aus Rendsburg war zur Sonderausstellung in das Dorf gekommen, in dem er seine ersten vier Lebensjahre verbrachte. „Nach dem Krieg kamen meine Eltern als Flüchtlinge nach Sehestedt. Bis ich 18 Jahre alt war, habe ich hier immer die Sommerferien bei meinen Großeltern verbracht“, macht Becker seine Verbindung zu dem Dorf am Kanal deutlich. Im Gespräch mit Rüdiger Sell erinnert er sich daran, dass es damals noch Lebensmittelgeschäfte und Gaststätten in Sehestedt gab. „Alles doppelt – auf der Nord- und auf der Südseite.“

Die Ausstellung ist eine Gemeinschaftsarbeit der Mitglieder vom Förderverein des Dorfmuseums. LZ-Redakteurin Sabine Sopha, die seit einigen Jahren in Sehestedt lebt, hat Motive von alten Postkarten abfotografiert und bearbeitet. Sie hat auch die Fotos gemacht, die die jetzige Situation im Dorf zeigen. Wolfgang Henze hat die Luftbildaufnahmen beigesteuert, die er mithilfe einer Drohne gemacht hat.

„Wir haben rund 20 verschiedene Motive, vergrößert auf Din-A-4, ausgestellt“, berichtete Ortwin Fedders vom Förderverein Dorfmuseum. Seine Frau Susanne, Vorsitzende des Museumsvereins, und Alexandra Koop haben mit ihm zusammen die Informationen zu den Gebäuden gesammelt, erklärte Ortwin Fedders. Das Bild „Schmiede Steinwarf“ allerdings gab Rätsel auf. „Das niedrige Reetdachhaus konnte niemand mit dem heutigen Gebäude an der Landesstraße 42 in Einklang bringen, in dem inzwischen der Betrieb „Hennings Land- und Gartentechnik“ angesiedelt ist“, berichtete Sabine Sopha. Erst die noch lebende Ehefrau des letzten Schmieds brachte die Auflösung: Das alte Gebäude war abgebrannt und neu aufgebaut worden. Hilfreich war auch der Sammler Gisbert Ehler aus Bovenau: Er hatte einen großen Fundus alter Postkarten zur Verfügung gestellt.

>Die Sonderausstellung im Haus der Geschichte, Kirchenweg 14, ist bis zum Ende der Sommerferien sonnabends und sonntags von 14 bis 16 Uhr geöffnet. Besichtigungen nach telefonischer Voranmeldung unter 0  43  57  /  457.




 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen