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Landeszeitung

18. Dezember 2017 | 19:43 Uhr

Faustball : Allround-Talent mit Ballgefühl

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die zwölfjährige Faustballerin Laura Ratzlaff vom TSV Schülp bei Nortorf ist in die Top5 der deutschen U13-Nationalmannschaft nominiert worden. Damit setzt Ratzlaff eine Tradition beim TSV Schülp fort.

Sie ist 158 Zentimeter groß, hat nach eigenen Angaben „viel Kraft und viel Ballgefühl“. Laura Ratzlaff aus dem Faustball-Talentschuppen TSV Schülp bei Nortorf hat beim viertägigen Bundeslehrgang in Nürnberg-Eibach vollends überzeugt. Die Zwölfjährige schaffte es von 18 potenziellen Bewerberinnen in die Top5 der deutschen U13-Nationalmannschaft.

Sie sei ein Allround-Talent mit sauberer Balltechnik, begründete U13-Nationaltrainerin Barbara Eberhard die Nominierung unter die bundesweit fünf besten Faustballerinnen des Jahrgangs 2003. Bereits im Vorjahr sollte Laura zu diesem Lehrgang eingeladen werden, war aber schlichtweg noch zu jung. Der Zwölfjährigen scheint das Faustball-Gen bereits in die Wiege gelegt worden zu sein, gehörte ihr mittlerweile verstorbener Großvater Eggert Sachau im Jahr 1978 zu den Gründungsmitgliedern der Schülper Faustballsparte.

Die seit drei Jahren dem Faustballsport treu gebliebene Laura setzt somit nicht nur familiär die Tradition fort, sondern auch, dass in Schülp hervorragende Nachwuchsarbeit geleistet wird. Die langjährige Bundesligaspielerin Nadine Kowalczyk hat den eigenen Nachwuchs unter ihren Fittichen.

Die letzten Nationalspielerinnen des TSV Schülp sind Welt- und Europameisterin Anika Bruhn (VfL Kellinghusen) und Kim Reimers, die im Juli 2010 in Lloret de Mar U18-Weltmeisterin geworden ist. „Kim ist ein Vorbild für mich, aber auch meine Schwester Lea“, sagt Laura, die Leas Erfolg einer Top5-Nominierung in der U13-Nationalmannschaft vor zwei Jahren nunmehr wiederholt hat. Die ältere Schwester, eingeladen für den U15-Lehrgang, musste diesen wegen schulischer Verpflichtungen absagen. Dass Laura es in die Top5 geschafft hat, überraschte Rouven Schönwandt, Schülps Trainer der Bundesliga-Frauen, nicht: „Sie haut sich immer voll rein, hat einen wahnsinnigen Ehrgeiz. Die Nominierung ist eine tolle Geschichte.“

Doch für diesen Erfolg musste die Gymnasiastin der Alexander-von-Humboldt-Schule in Neumünster hart arbeiten. „Der morgendliche Lauf vor dem Frühstück war nicht so schön.“ Es folgen dann drei bis vier Trainingseinheiten am Tag auf einem besonderen Rasen. In Nürnberg-Eibach finden zwischen dem 20. und 24. Juli die U18-Weltmeisterschaften der weiblichen und männlichen Faustball-Talente statt. „War cool“, lautete der lockere Kommentar der gebürtigen Neumünsteranerin, die „gar nicht mit der Nominierung im Angriff“ gerechnet hatte. Im Verein spielt sie nach Aussage von Schönwandt „zu 90 Prozent in der Abwehr oder im Zuspiel“. Doch gerade ihre Variabilität öffnete der kecken Ratzlaff („Ich höre nur Musik, die gute Laune macht.“) auf dem Faustballfeld laut Jugend-Nationaltrainerin Eberhard alle Türen: „Wir werden sie weiter intensiv beobachten und sind gespannt, wie sie sich bis zum nächsten Jahr entwickelt.“ Mit der Top5-Nominierung hat Laura die Einladung zum Lehrgang der U14-Nationalmannschaft in zwölf Monaten bereits in der Tasche.

„Wenn sie dran bleibt, hat sie alle Chancen, in der Nationalmannschaft zu landen. In ihr schlummert alles, sie müsse es aber wollen“, sagt Schönwandt. Und Laura formuliert die „U18-Nationalmannschaft“ als großes Fernziel, neben dem Bauen des Abiturs. In naher Zukunft will die in Schülp lebende Rechtshänderin mit ihrem Verein bei den ostdeutschen Meisterschaften (18/19. Juni in Berlin) den Titel holen und im September bei den „Deutschen“ für Furore sorgen. Nur knapp an einer Top5-Nominierung rauschte Lauras Vereinskollegin Annika Rennekamp vorbei. Schülps U14-Juwel wird aber ebenso eine große Faustball-Zukunft vorausgesagt.

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