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HIlfe für Flussseeschwalben : Alles vorbereitet für die Brutzeit

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Umweltschützer bringen künstliche Nisthilfen wieder auf den Wittensee. Anfang Mai werden die Flussseeschwalben zurück erwartet.

Mit großer Hoffnung blickt Ornithologe Horst Andritzke der ersten Maiwoche entgegen. Dann nämlich erwartet der Betreuer des FFH-Gebietes Wittensee die Flussseeschwalben aus dem Winterquartier im fernen Afrika zurück. Schon viele Jahre brüten die Langstreckenzieher am Wittensee, doch der Bruterfolg tendierte aufgrund hoher Wasserstände in den Sommermonaten und der daraus resultierenden Verluste von Eiern und Küken fast immer gegen null.

Um dem entgegenzuwirken hatte der „Verein zur Förderung des Umweltschutzes und der Landschaftspflege im Raume des Naturpark Hüttener Berge“ (VFUL) im Jahr 2013 zwei künstliche Brutflöße gebaut, um den Seeschwalben eine überschwemmungssichere Alternative bieten zu können. Sofort hatten die Vögel die Hilfen angenommen und dankten es den Naturschützern mit einem hohen Bruterfolg. Auch in diesem Jahr ist der Wasserstand des Wittensees wegen der starken Niederschläge zum Jahreswechsel erneut sehr hoch. Der natürliche Brutplatz, eine kleine Steinbank, ist für die Vögel nicht nutzbar. Zeit also für Horst Andritzke und seine Helfer, die Flöße wieder auf den See hinaus zu bringen.

Andritzke, der als Betreuer des FFH-Gebietes Wittensee auch für den Artenschutz zuständig ist, trommelte am vergangenen Freitagvormittag eine zehn Mann starke Truppe aus Freiwilligen und Mitgliedern des VFUL zusammen. Darunter auch die beiden Nachwuchs-Naturschützer Tjark und Janno aus Bünsdorf, die dem Aufruf von Bürgermeister Jens Kühne gefolgt waren und mit anpacken wollten. Zunächst mussten jedoch die Einzelteile der Brutflöße aus dem nahen Winterlager ans Ufer transportiert werden. Mithilfe eines Teleskopladers gelangte ein Element nach dem anderen ins Wasser. Dort warteten schon Andritzke und Kühne, ausgestattet mit Wathosen, um die einzelnen Kammern der Nisthilfen zu verbinden und die Flöße fertig zu montieren. Auch die beiden Jungen aus Bünsdorf halfen tatkräftig beim Schrauben, Sand Auffüllen und Verteilen der Schutzdächer. Nach knapp zwei Stunden hatten sich die Helfer ihre Frühstückspause redlich verdient, denn die Nisthilfen schwammen fertig zusammenbaut am Ufer. Nun folgte der für alle Beteiligten wohl schönste Teil der Aktion. Fischer Heinz Bening hatte sich bereiterklärt, die Flöße mit seinem Motorboot an die vorgesehene Stelle im See zu schleppen. Wer einen Platz auf den beiden Flößen ergattern konnte, kam so in den Genuss einer ganz besonderen Bootsfahrt.

„Es ist großartig, dass wir diese Hilfe bekommen“, freute sich Andritzke über das Engagement des Fischers, „ein ganz großes Dankeschön dafür!“. Doch beginnt nun, nachdem die Brutflöße windgeschützt auf dem See verankert sind, die schwerste Zeit für die Vogelkundler: Das lange Warten auf die Seeschwalben. Wie viele Vögel kommen gesund aus dem Winterquartier zurück? Nehmen sie die künstlichen Nisthilfen auch in diesem Jahr wieder an? Horst Andritzke glaubt fest an seine Schützlinge: „Ich bin guter Dinge, dass wir auch in diesem Jahr wieder junge Flussseeschwalben am Wittensee fliegen sehen werden“, blickt der Gebietsbetreuer erwartungsvoll Richtung Wonnemonat Mai.



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