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Computerprogramm : „Allegro“ gibt den Takt im Jobcenter an

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Einfacher, verständlicher, übersichtlicher: Allegro heißt die neue Software, die im Rendsburger Jobcenter Einzug hält. Derzeit werden die Mitarbeiter auf die Umstellung vorbereitet.

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erstellt am 05.Sep.2014 | 15:50 Uhr

Die letzte Umstellung ist traumatisch gewesen. Man hatte binnen weniger Monate eine komplett neue Software entwickeln lassen und über Nacht installiert. Vieles funktionierte nicht, wie es sollte. Und manches gar nicht, weil eine Million Kontodaten falsch abgespeichert worden waren. Das führte zu Auszahlungsverzögerungen – und Verdruss. Hunderttausende Kunden erhielten durch die Umstellung von der Arbeitslosenhilfe auf das Arbeitslosengeld II geringere Leistungen. Anfang 2005 entlud sich ein Orkan des Zorns über die Bundesagentur für Arbeit.

Dieses Mal wird alles anders, nämlich besser. Davon ist Gerhard Seibert, Ge- schäftsführer des Jobcenters Kreis Rendsburg-Eckernförde, überzeugt. „Wir sind gut vorbereitet auf den Wechsel.“ Das veraltete Hartz-IV-Computerprogramm wird nämlich bundesweit abgelöst von einer neuen Software mit dem schönen Namen „Allegro“ (ALg-II-LEistungsverfahren GRundsicherung Online). Das Verfahren soll Kunden wie auch Mitarbeitern das Leben einfacher machen. „Das ist für uns etwas ganz Großes“, gesteht Seibert.

Die Aufgabe ist eine Herausforderung. Im Jobcenter in der Rendsburger Ritterstraße müssen die Daten von rund 8500 Kunden schrittweise für Allegro aufbereitet werden – und zwar per Hand und Tastatur. Zu übertragen sind unter anderem Nebeneinkünfte, Steuerfreibeträge, Kontoverbindungen, Kinderunterhaltszahlungen und Mietkosten. Das bedeutet eine Menge Extra-Arbeit. Dafür werden zusätzlich vier weitere Fachkräfte beschäftigt. Doch zunächst werden die insgesamt 72 Mitarbeiter des Jobcenters in die Geheimnisse der neuen Software eingeweiht. Seit drei Wochen laufen die Schulungen bereits und sollen Mitte September abgeschlossen sein. Jeder Kollege sitzt jeweils eine Woche lang täglich vor dem Computer und eignet sich die neuen Kenntnisse an. Ein Team von vier Trainern leitet die Unterrichtsstunden. „Wir haben extra einen Schulungsraum geschaffen und mit Computern und weiterer Technik für die Wissenvermittlung ausgestattet“, sagt Gerhard Seibert.

Alexander Semkow hat die Schulung bereits absolviert und ist ziemlich begeistert. Denn der Teamleiter im Leistungsbereich hat Allegro mittlerweile auch schon in der Praxis getestet und einen ersten Fall mit der neuen Software bearbeitet. „Man muss sich zwar umgewöhnen“, räumt Semkow ein, ,„aber das geht schnell.“ Der Lohn sei eine deutlich komfortablere Arbeitssituation. „Das alte System war viel zu langsam für die großen Datenmengen. Es war mit der heißen Nadel gestrickt, hatte vom ersten Tag an Kinderkrankheiten und konnte auch nicht an die gesetzlichen Änderungen angepasst werden.“

Geschäftsführer Gerhard Seibert rechnet auch bei den Kunden des Jobcenters mit positiven Reaktionen. Denn es werde dieses Mal kein Chaos geben, weil die Neuheit nicht über Nacht funktionieren muss, sondern erst allmählich umgesetzt wird. Das heißt: Die Sachbearbeiter können beide Systeme parallel nutzen. Neue Anträge werden allerdings grundsätzlich schon mit Hilfe von Allegro gespeichert. Die komplette Umstellung werde sich bis zum Mai im kommenden Jahr hinziehen.

„Die Kunden werden von dem Wechsel nicht viel merken“, verspricht Seibert. Es werde lediglich eine Änderung bei der Bedarfsnummer für alle Empfänger von Leistungen geben. Außerdem soll ein Abgleich der Bankverbindungen gemacht werden, um zu prüfen, ob die Kontonummern korrekt übertragen worden sind. Der Geschäftsführer des Jobcenters ist sich sicher, dass die Umstellung nicht zu Verzögerungen in der Bearbeitung und Auszahlung des Arbeitslosengeldes führen wird. Gerhard Seibert zeigt sich vielmehr überzeugt davon, dass das neue System seinen Namen zu Recht trägt: Allegro bedeutet in der Musik: Rasch, heiter, fröhlich.

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