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Von Afghanistan nach Hohn : Alle Transalls zurück in der Heimat

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Kommodore Hartmut Zitzewitz lenkte selbst ein Flugzeug nach Hohn. ISAF-Einsatz in Afghanistan endet zum Jahresende.

shz.de von
erstellt am 18.Nov.2014 | 06:00 Uhr

Hohn | Gestern um 14.48 Uhr endete der mehr als zwölf Jahre dauernde Einsatz von C-160-Transall-Flugzeugen in Afghanistan. Die beiden letzten Maschinen des Lufttransportgeschwaders 63 (LTG 63) landeten auf dem Flugplatz Hohn.

Zwischen vier und acht C-160 Transall aus den drei deutschen Lufttransportgeschwadern waren seit Beginn des ISAF-Einsatzes vor mehr als zwölf Jahren anfangs noch in Termez in Usbekistan und ab August 2008 in Mazar-e Sharif in Afghanistan stationiert. Wie die Bundeswehr mitteilte, wurde mit diesen Transportflugzeugen ein geschützter Lufttransport von Personal und Material sowie Verwundetentransport innerhalb des Einsatzgebietes sichergestellt. Der ISAF-Einsatz in Afghanistan werde in diesem Jahr zum Abschluss kommen. Nach dessen Ende ist eine bis zu 12 000 Soldaten, darunter 800 aus Deutschland, umfassende Folgemission zur Ausbildung und Beratung der afghanischen Sicherheitskräfte geplant, die voraussichtlich bis Ende 2016 dauern wird. Anteile des Lufttransportes mit C-160 Transall vor Ort sind hierbei grundsätzlich nicht ausgeplant.

Der strategische Lufttransport von und nach Afghanistan erfolgt seit dem 1. Oktober durch direkten Anflug des Flugplatzes Mazar-e Sharif. Im Rahmen der Nachfolgemission RSM (Resolute Support Mission) erfolgt der Lufttransport innerhalb Afghanistans durch zentral bereitgestellte Transportflugzeuge multinationaler Partner. Das Bundesministerium der Verteidigung hat die schrittweise Rückverlegung der C-160 Transall angewiesen. Im ersten Schritt wurden von den zuletzt vier zum Einsatzgeschwader Mazar-e Sharif gehörenden Maschinen die ersten beiden am 3. und 4. November zum Lufttransportgeschwader 61 nach Penzing zurückgeführt. Im zweiten Schritt wurden die letzten beiden verbliebenen C-160 Transall zum Lufttransportgeschwader 63 nach Hohn überführt.

Am Steuer einer der Maschinen saß Hartmut Zitzewitz, Kommodere des LTG 63, der seit August als Kommodore des Einsatzgeschwaders in Mazar-e Sharif eingesetzt ist. Nach 14 Flugstunden mit Stopps in Termez (Usbekistan) und Trapzon (Türkei) landete er gestern Nachmittag ihn Hohn, wo er und seine Crew von dem stellvertretenden Kommodore Thies Voigt begrüßt wurden. Auch Gerrit Pietryga war auf den Flugplatz gekommen. Er war der erste Kommandant einer Transall, die im Rahmen des ISAF-Auftrags in Afghanistan landete. „Am 14. Januar 2002 in Bagram nördlich von Kabul“, erinnert sich der Offizier, der seit drei Monaten im Ruhestand ist, noch genau.

Auch wenn nun alle C-160 Transall inklusive der Besatzungen und einem Großteil des technischen beziehungsweise Unterstützungspersonals aus Afghanistan zurück sind, wird der ISAF-Einsatz erst zum Ende diesen Jahres beendet sein. Vom Lufttransportgeschwader 63 verbleiben noch 28 Soldaten im Einsatzgeschwader Mazar-e Sharif. Auch Hartmut Zitzewitz wird in drei Tagen wieder nach Afghanistan fliegen, allerdings nicht in einer C-160 Transall.

Insgesamt will die Bundesweh mit bis zu 850 Soldaten in Afghanistan im Einsatz bleiben. Das sieht der Mandatsentwurf für die neue Ausbildungs- und Unterstützungsmission „Resolute Support“ (Entschlossene Unterstützung) ab dem 1. Januar 2015 vor, auf den sich die Staatssekretäre der zuständigen Ressorts am Montagabend verständigt haben. An diesem Mittwoch will das Kabinett ihn beschließen, dann muss im Dezember noch der Bundestag zustimmen. Die Obergrenze für die Truppenstärke liegt etwas höher, als die bisher vorgesehen 600 bis 800 Soldaten. Derzeit sind noch 1520 deutsche Soldaten am Hindukusch.

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