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spendenaktion : Alle Pferdefreunde lieben Casanova

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der 23-jährige Wallach Casanova hat eine Heimat auf dem Hof von Katja Struck in Holzbunge gefunden. Hier erhält das Pferd sein Gnadenbrot. Mit einem Reiterflohmarkt wurde die Spendenkasse gefüllt.

Abgemagert, verängstigt und gesundheitlich in einer schlechten Verfassung, so kam der 23-jährige Wallach Casanova im Jahr 2010 in den Offenstall von Katja Struck in Holzbunge. „Er ließ niemanden an sich heran und hatte sein Vertrauen in Menschen verloren“. Drei Jahre später präsentiert sich der Pferdesenior entspannt und lässt sich sogar von Fremden streicheln.

Mit viel Zuneigung und Hingabe haben die Stallbesitzerin und ihre Mieter es geschafft, Casanova wieder auf Vordermann zu bringen. „Er ist zum Liebling aller Einsteller geworden“, erzählt Struck. Geblieben sei ein 80-prozentiger Durchtritt an den Fesselgelenken und altersbedingte Einschränkungen.

Umso geschockter reagierten alle, als Casanova 2012 als Reitpferd verkauft werden sollte. Schnell war klar: Casanova muss bleiben. Im Stall in Holzbunge habe er seine Herde und sein Zuhause gefunden, fühle sich dort sichtlich wohl. Ein Stallwechsel hätte einen erneuten Vertrauensverlust und die Rückkehr der Ängste zur Folge gehabt, ist sich Katja Struck sicher.

Schnell war klar: Casanova muss bleiben. Doch der Entschluss kostet jeden Monat viel Geld. Stallmiete, Futter, Hufschmied und Tierarzt, da kommen schnell ein paar Hunderter zusammen. „Wir alle geben so viel dazu, wie wir neben unseren eigenen Pferdekosten erübrigen können“, erzählt Struck. Der Hufschmied komme ihnen ebenfalls bei den Kosten entgegen. Doch ganz ohne Spenden gehe es nicht. Darum fand am vergangenen Wochenende zum dritten Mal auf dem Hof ein Reiterflohmarkt statt, dessen Erlöse aus dem Verkauf von Losen, Kuchen, Waffeln und Bratwurst ausschließlich für den Unterhalt von Casanova verwendet werden.

Die Besucherresonanz war riesig. Bereits am Vormittag wälzten sich Menschenmassen durch den Stallgang entlang der Flohmarktstände. Dort gab es alles an Zubehör zu kaufen, was das Reiterherz begehrte. Ein Rahmenprogramm mit Vorführungen und Ponyreiten rundete die Veranstaltung ab. „Casi“ und die anderen Pferde im Offenstall verstanden den ganzen Trubel zwar nicht, ließen es aber gelassen über sich ergehen oder trotteten nach draußen auf die Weide. „Das war einfach nur genial. Die Spendenbereitschaft war überwältigend, wir haben sehr viel positives Feedback erhalten“, berichtet Katja Struck, die von so viel Anteilnahme ganz gerührt ist. Im nächsten Frühjahr werde es wieder einen Flohmarkt geben. Bis dahin freuen sie und die Einsteller sich über weitere Geld- oder Futterspenden, damit Casanova bleiben kann.

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