Rendsburg : Alkohol? Bitte den Rucksack öffnen!

Verbotene Zone für Jugendliche: Stefanie Mahncke vom Famila-Warenhaus am Kreishafen und Dietmar Benz von der Polizei zwischen Regalen mit hochprozentigen Getränken. Ein warnendes Plakat soll Minderjährige von Kaufversuchen abhalten.  Foto: Höfer
Verbotene Zone für Jugendliche: Stefanie Mahncke vom Famila-Warenhaus am Kreishafen und Dietmar Benz von der Polizei zwischen Regalen mit hochprozentigen Getränken. Ein warnendes Plakat soll Minderjährige von Kaufversuchen abhalten. Foto: Höfer

Bei Kontrollen während beim "Rendsburger Herbst" stießen Streifen auf viele Jugendliche mit Alkohol. Beim Eon-Hanse-Cup soll es daher Rucksackkontrollen geben.

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27. September 2012, 12:00 Uhr

Rendsburg | Das erste Schlückchen mit zehn Jahren, der erste Vollrausch mit 13: Die Trinkgewohnheiten vieler Jugendlicher sind Besorgnis erregend. Auch im Raum Rendsburg greifen Minderjährige regelmäßig zu hochprozentigem Alkohol, um sich in der Gruppe exzessiv zu betrinken. Auf dieses Problem machen die Polizei und das Ordnungsamt der Stadt kurz vor Beginn des E.on Hanse-Cups aufmerksam und kündigen strenge Rucksackkontrollen bei jungen Besuchern des Ruderspektakels an.
Hintergrund ist das alarmierende Ergebnis entsprechender Kontrollen während des Rendsburger Herbstes vor wenigen Wochen. An den vier Tagen des Stadtfestes waren 130 Heranwachsende von Jugendschutzstreifen überprüft worden. 39 von ihnen führten verbotenerweise Alkohol mit sich. Sogar bei 12- und 13-Jährigen wurden die Aufpasser fündig. Insgesamt 60 Liter Schnaps oder Bier wurden kassiert und in den meisten Fällen noch vor Ort entsorgt. Im Vergleich zum Rendsburger Herbst des Vorjahres ein drastischer Anstieg: Damals waren bei 150 überprüften Personen unter 18 Jahren lediglich zwei Flaschen Schnaps beschlagnahmt worden.
"Schnaps an Jugendliche? Hier nicht!"
Die Jugendlichen fühlten sich zu sicher und legten teilweise Depots an, um während des Abends immer wieder Nachschub zu holen, so die Polizei. "Der Alkoholmissbrauch unter Jugendlichen im Raum Rendsburg hat offenbar wieder zugenommen und führt wiederholt zu Gewalt", sagt Dietmar Benz, Präventionsbeauftragter der für Rendsburg zuständigen Polizeidirektion Neumünster. Für die Beamten seien die Zahlen des Herbstes Anlass, noch genauer als sonst darauf zu achten, ob die Jugendschutzbestimmungen eingehalten werden. Unter-16-Jährige dürfen gar keinen Alkohol, 16- bis 18-Jährige höchstens Bier und weinhaltige Getränke bei sich führen. Schnaps ist verboten, auch wenn er zur Tarnung mit Fruchtsaft oder Cola vermengt wurde.
Wie im Vorjahr werden zwei Jugendstreifen auf dem Veranstaltungsgelände und entlang der Zufahrtswege unterwegs sein. Und nicht nur am Kreishafen, sondern auch auf der Kanal-Südseite, wie Matthias Galow, Fachdienstleiter Ordnung und Verkehr im Rathaus, betont. Eine Streife besteht aus jeweils einem Mitarbeiter seiner Behörde und der Polizei. Wird ein Jugendlicher mit verbotenem Alkohol erwischt, werden die Personalien festgestellt und die Eltern schriftlich benachrichtigt. Eine Kopie des Schreibens geht zudem an das Jugendamt.
Als Warnung an die Betreffenden werden in diesen Tagen rote Plakate in den großen Supermärkten, in Tankstellen und anderen Verkaufsstellen im Dunstkreis des Rudercup-Geländes aufgehängt. Aufschrift: "Schnaps an Jugendliche? Hier nicht!" Stefanie Mahncke, Warenhausleiterin bei Famila am Kreishafen, sicherte erhöhte Achtsamkeit zu - auch was mögliche Gruppierungen Jugendlicher auf dem Parkplatz vor dem Supermarkt angeht. "Wir halten unsere Augen offen und werden reagieren."

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