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Neue Erkenntnisse : Albaner-Bande auch im Kreis aktiv

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Eine dreiste Diebesgruppe, die schon in Kiel für Einbrüche verantwortlich gemacht wird, war offenbar auch im Kreis Rendsburg-Eckernförde unterwegs.

shz.de von
erstellt am 13.Jan.2016 | 06:00 Uhr

Der Fall der dreisten Diebesgruppe, aus der ein Mitglied kurz vor Weihnachten spektakulär mit Hubschrauber-Unterstützung nach einem Einbruch in Kiel-Friedrichsort gestellt wurde, zieht weitere Kreise: Wie jetzt klar wurde, trieben die drei Albaner offenbar auch im Kreis Rendsburg-Eckernförde ihr Unwesen. Ein Einbruch in Jevenstedt drei Tage vor Silvester geht wohl ebenfalls auf ihr Konto. Den Verdacht bestätigte die Staatsanwaltschaft Kiel gestern der Landeszeitung.

Die Behörden waren mit ihrem Vorgehen gegen die Bande in die Kritik geraten. Denn nachdem einer der Diebe am 21. Dezember per Helikopter geortet und festgenommen wurde, war er vorerst wieder freigelassen worden (wir berichteten). Erst nach einem weiteren Beutezug im gleichen Stadtteil der Landeshauptstadt am vergangenen Donnerstag, 7. Januar, wurden alle drei erwischt. Es wurde Haftbefehl erlassen und sie kamen ins Untersuchungsgefängnis. Jetzt wurde klar: Die drei albanischen Asylbewerber im Alter von 20, 21 und 26 Jahren sind dringend verdächtig, in der Zwischenzeit einen weiteren Einbruch begangen zu haben. Sie waren offenbar am 28. Dezember in ein Einfamilienhaus an der Neuen Schulstraße in Jevenstedt eingestiegen.

Ein aufmerksamer Nachbar, selbst Polizeibeamter, hatte um 17.15 Uhr gehört, wie in der Nähe seines Hauses an der Neuen Schulstraße in Jevenstedt eine Scheibe eingeschlagen wurde. „Die Sache kam mir eigenartig vor und ich versuchte zu orten, woher das Geräusch kam“, berichtete der Mann jetzt. Seinen Namen will er der Landeszeitung nicht nennen, um mögliche Täter nicht auf sich und seine Familie aufmerksam zu machen. Der Polizist im Feierabend betrat mit einem weiteren Nachbarn die Terrasse eines Hauses zwei Grundstücke weiter, damit „scheuchten wir zwei dunkle Gestalten auf“. Die Einbrecher befanden sich bereits im Wintergarten, dessen Glastür sie offenbar vorher eingeschlagen hatten. Beide flüchteten kurz nacheinander über die Straße weg vom Tatort. Noch während der Polizist seine Kollegen per Telefon informierte, fiel ihm ein blauer Golf mit Plöner Kennzeichen auf der Neuen Schulstraße auf. „Der Fahrer befand sich alleine im Fahrzeug und schien etwas zu suchen.“ Er gab das Kennzeichen über die Leitstelle weiter. „Später teilte mir die Polizei mit, dass sie alle drei Personen stellen konnte.“

Oberstaatsanwältin Birgit Heß bestätigte gestern auf Nachfrage: „Die Gruppe soll für einen Einbruchsversuch in Jevenstedt verantwortlich sein.“ Damit ist klar, dass die Diebe nicht – wie bisher bekannt – zwei Einbrüche begangen haben, bevor gegen zumindest einen von ihnen ein Haftbefehl erlassen wurde, sondern drei. Die Polizei musste beim ersten Mal also nicht nur den einen, sondern beim zweiten Einbruch gleich alle Verdächtigen wieder laufen lassen.

Birgit Heß hatte unserer Zeitung bereits erklärt, dass zum Erlass eines Haftbefehls ein dringender Tatverdacht vorliegen müsse – etwa über die Beute, die einem bestimmten Einbruch zugeordnet werden kann. Im Jevenstedter Fall haben die Verdächtigen jedoch keine Beute gemacht – offenbar ein Grund zur Freilassung.

Eine besondere Rolle spielt der Golf der Verdächtigen – über das Auto wurde die Verbindung zwischen den Taten offensichtlich.

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