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Arbeitsmarkt im Kreis : Agenturchef gibt Wirtschaftsinstitut Kontra

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln irritiert den Leiter der Arbeitsagentur, Carsten Ludwig.

shz.de von
erstellt am 13.Feb.2014 | 13:58 Uhr

Ein Anstieg der Arbeitslosenquote von 0,1 Prozentpunkten über fünf Jahre – dieses Ergebnis einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln (wir berichteten) hält der Chef der Arbeitsagentur Neumünster, Carsten Ludwig, für irreführend. Aussagekräftiger sei die Entwicklung der Unterbeschäftigungsquote – und da stehe der Kreis Rendsburg-Eckernförde viel besser da, so Ludwig.

Das Institut hatte die Veränderung der Arbeitslosenquoten in den Kreisen des Landes von 2008 bis 2013 ermittelt und verglichen. Rendsburg-Eckernförde landete dabei mit einem Anstieg der Quote um 0,1 Prozentpunkte in diesem Fünf-Jahres-Zeitraum auf einem der letzten Plätze hinter Neumünster und Steinburg mit jeweils 0,3. Gefeiert wurde der Kreis Dithmarschen, der demnach seine Arbeitslosigkeit um zwei Prozentpunkte abgebaut hat.

„Die Arbeitslosenquote ist nur ein einzelner Wert, der den Arbeitsmarkt beschreibt“, sagt Carsten Ludwig. Zudem habe das Institut der deutschen Wirtschaft nicht die Entwicklung der Bevölkerungszahlen berücksichtigt. Insofern schätzt der Arbeitsagenturleiter die Aussagekraft der Studie aus Köln als gering ein.

„Die Betrachtung der Unterbeschäftigungsquote widerlegt sogar die Aussage, dass die Arbeitslosigkeit im Kreis gestiegen ist“, sagt Ludwig. In der Quote der Unterbeschäftigung seien alle Einwohner berücksichtigt, die keine Arbeit haben. Dazu zählten zum Beispiel auch Ein-Euro-Jobber und Arbeitslose in Weiterbildungsmaßnahmen. Aus der Arbeitslosenquote hingegen fielen diese Kunden in Arbeitsmarktmaßnahmen heraus. „Die Unterbeschäftigungsquote gibt wieder, wer überhaupt Arbeit sucht. Sie ist damit genauer. Sie wird seit 2009 erhoben.“ Demnach betrug die Unterbeschäftigung damals 8,8 Prozent. Bis zum Jahr 2013 fiel sie auf 7,1 Prozent. In Dithmarschen, dem Vergleichskreis aus der Studie, ging die Quote von 13 auf 10,2 Prozent zurück. „Das sind jeweils in etwa 20 Prozent Abnahme.“ Der Kreis Rendsburg-Eckernförde liege sogar noch unter dem Landesdurchschnitt von 8,8 Prozent.

Der Kreis Rendsburg-Eckernförde habe eine der besten Arbeitslosenquoten im Land, so Ludwig. Mit 6,1 Prozent liege die zurzeit weit hinter Dithmarschen mit 8,8 Prozent. Auch beim Zuwachs sozialversicherungspflichtiger Beschäftigungsverhältnisse zwischen 2008 und 2013 komme Rendsburg-Eckernförde gut weg. Ihm zufolge habe der Kreis um 6,2 Prozent an Arbeitsplätzen zugelegt. „Das sind rund 4000 Arbeitsplätze mehr.“ In Dithmarschen wurden 5,8 Prozent mehr Arbeitsplätze geschaffen und im Landesdurchschnitt waren es 6,8 Prozent.

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