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Jetzt impfen lassen : Ärzte kämpfen gegen Grippevirus

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Influenza-Saison steht bevor. „Medizinische Qualitätsgemeinschaft Rendsburg“ erklärt den Oktober zum „Impfmonat“.

shz.de von
erstellt am 17.Okt.2017 | 11:04 Uhr

Die Grippesaison steht vor der Tür. In der kalten und nassen Jahreszeit haben Influenza-Viren Hochkonjunktur. Besonders für Menschen mit Vorerkrankungen und Ältere kann eine Erkrankung schlimme, oft tödliche Folgen haben. Das Ärztenetz „Medizinische Qualitätsgemeinschaft Rendsburg“ (MQR) ruft dazu auf, sich immunisieren zu lassen, und erklärt den Oktober zum „Impfmonat“.

Die Gemeinschaft, zu der aktuell 30 Mitgliedspraxen aus Rendsburg und Umgebung gehören, organisierte im Schützenhof in Fockbek eine Schulung: Ärzten und ihren Teams wurden dort die neuesten Impfempfehlungen vermittelt. „Impfungen sind wirksame präventive Maßnahmen. Sie schützen vom Säugling bis ins hohe Erwachsenenalter das eigene und das Leben der Mitmenschen“, betont Dr. Hendrik Schönbohm, Vorsitzender des Ärztenetzes.

Fragt man den Rendsburger Allgemeinmediziner Dr. Helmut Scholz, warum man sich gegen Grippe impfen lassen sollte, antwortet er mit Zahlen: Zirka 20  000 Grippetote pro Jahr gibt es in Deutschland. „Das ist fast Rendsburg. Das muss man sich mal vorstellen“, fügt er hinzu. Mit einer Impfung kann man „zu etwa 90 Prozent sicher sein“, dass man gar nicht erst krank wird oder dass die Grippe zumindest deutlich „milder verläuft“, erklärt der stellvertretende Vorsitzende der Hausärzte in der MQR.

500 Grippestämme gibt es insgesamt. Eine Impfung schützt vor den gefährlichsten drei Stämmen, sagt Scholz. Besonders für Ältere und Risikopatienten, etwa Asthmatiker, Herzkranke oder Diabetiker, ist eine Grippeimpfung aus Sicht des erfahrenen Mediziners Pflicht. Zirka 300 Grippeimpfungen spritzt Scholz pro Jahr – das entspricht etwa einem Drittel seiner Patienten.

Die Impfung muss jedes Jahr neu vollzogen werden, weil die Viren sich in ihrem Aufbau verändern können, sodass ein Schutz aus der Vorsaison in der Regel nicht hilft. Der Aufwand einer jährlichen Erneuerung aber hält sich in Grenzen: Es erfordert nur einen „kleinen Pieks“, um sich immunisieren zu lassen, sagt Scholz. Injiziert wird der Wirkstoff intramuskulär, zumeist in den linken Oberarm.

Risiken gibt es nach Angaben von Scholz praktisch keine. In seltenen Fällen kann es an der Einstichstelle zu einer Reizung kommen und in Ausnahmefällen zu allergischen Reaktionen. Über Impfgegner, die behaupten, erst durch die Grippeimpfung eine Influenza bekommen zu haben, kann der Mediziner nur den Kopf schütteln: Die Injektion könne gar keine Grippe auslösen, da ein „Totvirus“ gespritzt wird. Es handelt sich um ein abgetötetes Virus mitsamt dessen Antigenen. Letztere fördern die Bildung von Antikörpern, die den nötigen Schutz gegen Grippeerreger bieten. Dass einige Menschen trotzdem die Erfahrung machen, unmittelbar im Anschluss an eine Impfung krank zu werden, liegt daran, dass der Wirkstoff das Immunsystem herunterfährt. Wer direkt nach einer Immunisierug krank wird, war nach Scholz also bereits vorher latent geschwächt. Die Injektion solle man sich nur verabreichen lassen, wenn das Immunsystem nicht bereits angegriffen ist.

Die Grippeimpfung solle man zudem dazu nutzen, den eigenen Impfausweis zu kontrollieren und zu gucken, ob „Standardimpfungen, die man einfach haben sollte“, aufgefrischt werden müssen. Zu diesen Basis-Impfungen zählen Scholz zufolge unter anderem Immunisierungen gegen Tetanus, Masern, Mumps, Keuchhusten, Kinderlähmung und Diphterie.

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