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Ärgernis auf Rädern: Niemand entsorgt das Schrottmobil am Kanal

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

shz.de von
erstellt am 16.Jun.2016 | 12:09 Uhr

Es steht und steht und steht: Ein herrenloses Wohnmobil am nördlichen Ufer des Nord-Ostsee-Kanals blockiert noch immer den Wanderparkplatz zwischen der Längsten Bank der Welt und dem Gerhardshain – und keiner fühlt sich für die Entsorgung des Wracks verantwortlich.

„Das verschandelt den ganzen Platz“, sagt Rentner Hartmut Kohnert, der in der Nähe wohnt. Für ihn ist der Anblick des Wohnmobils eine Schande für die Region. „Wir machen Werbung für den Kanal und die Längste Bank – und wenige Meter oberhalb steht ein Schrotthaufen.“ Das Fahrzeug, das über keine Tüv-Plakette mehr verfügt und vermutlich um die Jahreswende abgestellt wurde, müsse endlich fortgeschafft werden, fordert der Rendsburger. Nach dem ersten LZ-Bericht über das verwaiste Alkoven-Modell Ende März hatte die Polizei Kontakt mit dessen letztem Eigentümer aufgenommen. Das Gifhorner Kennzeichen führte die Beamten auf seine Spur. Der Besitzer gab an, der Grund für die lange Parkdauer sei ein technischer Schaden gewesen. Er sei von Gifhorn nach Rendsburg gezogen und mit einer Panne liegen geblieben. Daraufhin habe er das Wohnmobil auf dem Parkplatz abgestellt. Die Fläche gehört dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA). Ein Polizeisprecher gab damals an, der Eigentümer habe versprochen, das Fahrzeug in der Woche nach Ostern zu entfernen.

Doch getan hat sich nichts. Nur der Zustand des Volkswagens der Baureihe LT28 verschlechterte sich zusehends. Unbekannte zerstörten ein Seitenfenster, durchwühlten die Inneneinrichtung und rissen Kabel und Schläuche heraus.

Bei der Kanalverwaltung fühlt man sich für den Liegenbleiber nicht zuständig. Jörg Winkelmann, Leiter des WSA-Außenbezirks Rendsburg: „Es gibt einen Vertrag mit der Stadt Rendsburg, die die Fläche als öffentlichen Parkplatz nutzen darf.“ Im Gegenzug müsse sie ihn sauber halten und sei damit auch für unbefugt abgestellte Fahrzeuge zuständig.

Im Rathaus wiederum heißt es, der Parkplatz sei keine öffentlich gewidmete Fläche und werde deshalb wie Privateigentum behandelt. Auch könne das Ordnungsamt nicht reagieren, „weil keine Gefahr in Verzug ist“, so eine Sprecherin.

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