Infos im Stau : Ärger über schlechten Radio-Empfang im Kanaltunnel

Die Sender NDR  1 und NDR  2 sollten im Tunnel zu empfangen sein. Einige klagen aber über Rauschen aus den Boxen.
Die Sender NDR 1 und NDR 2 sollten im Tunnel zu empfangen sein. Einige klagen aber über Rauschen aus den Boxen.

Autofahrer beschweren sich über Probleme beim Telefonieren und Radiohören im Rendsburger Kanaltunnel.

shz.de von
07. August 2018, 10:06 Uhr

Rendsburg | Der Kanaltunnel sorgt regelmäßig für Ärger bei Autofahrern. Beinahe täglich bilden sich zu den Stoßzeiten Staus vor beiden Einfahrten. Vor zwei Wochen kam es nach einem Unfall zu einer mehrstündigen Vollsperrung. Mehrere Leser der Landeszeitung fragten sich daraufhin: Wie erfahre ich, was los ist, wenn ich bei Stau im Tunnel stehe?

Manche berichten, dass der Radioempfang während der Kanalunterquerung aussetzt. Einige geben zudem an, nicht telefonieren zu können. Tiefbautechniker Hubert Eckelt muss jeden Tag zwei Mal durch den Tunnel fahren. Er pendelt von Rendsburg nach Neumünster. Der Radioempfang bricht in seinem Auto während der Tunnelpassage weg: „Ich empfange gar keinen Sender“.

Eckel hat dafür kein Verständnis: „Der Tunnel will einer der modernsten Europas werden. Davon ist man noch weit entfernt“. In jedem anderen Tunnel könne er störungsfrei Radio hören. Auch Telefonieren sei in anderen Unterquerungen wie dem Hamburger Elbtunnel kein Problem. Bei der Passage der Kanalunterführung dagegen würden Gespräche häufig abbrechen.

„Ich ärgere mich jeden Tag über den Tunnel“, betont Eckelt. Neben Problemen mit dem Mobilfunk- und Radioempfang stören ihn auch die häufigen Verkehrsbehinderungen, die durch Auslösen der Höhenkontrolle entstehen. Einmal habe er sechs Stunden für den Weg von Neumünster nach Rendsburg gebraucht.

Falscher Sender oder schlechtes Empfangsgerät

Jirka Niklas Menke, Sprecher des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts (WSA), teilt auf Anfrage mit, dass sich im Tunnel Antennen befinden, die den Empfang der Radiosender NDR 1 und NDR 2 sowie Handytelefonate über die Netze der Anbieter Telekom, Vodafone und Telefonica ermöglichen. In den vergangenen Wochen seien bei den Radioantennen keine Störungen aufgetreten. Wer aus den Boxen nur ein Rauschen hört, habe entweder die falsche Frequenz ausgewählt oder „ein schlechtes Empfangsgerät“, so Menke.

Kommt es zu einem Stau im Tunnel, sind Betroffene zudem nicht allein auf den Verkehrsfunk angewiesen: Die Tunnelleitstelle kann über die Frequenzen, die das WSA dem NDR bereitstellt, selbst Mitteilungen ausstrahlen. Sie kann Autofahrer direkt informieren, dass sie sich auf ein längeres Warten einstellen oder in einem Brandfall in Sicherheit bringen müssen. Zum Einsatz kam das System bislang noch nicht, berichtet Menke. Und sogar Fahrer, die keinen Empfang haben, können von der Tunnelleitstelle erreicht werden: Auch über Lautsprecher kann in Stau- oder Notfällen kommuniziert werden.

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