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Landeszeitung

12. Dezember 2017 | 21:19 Uhr

Kritik an Raser : Ärger in der Spielstraße

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Kinder haben Vorfahrt in der Idstedtstraße. Der Bereich ist eine verkehrsberuhigte Zone. Doch viele Autofahrer halten sich nicht daran, klagen Anwohner.

shz.de von
erstellt am 26.Jun.2016 | 16:41 Uhr

Es wird sich nicht an die Schrittgeschwindigkeit gehalten, der erlaubte Gegenverkehr sorgt zu Stoßzeiten für gefährliche Verkehrssituationen und mangels Parkflächen an dem Imbiss „Döneria“ parken Kunden Ausfahrt und Gehwege zur Kieler Straße zu: So beobachtet es Ingelore Rohe, die seit 1985 in der Idstedtstraße in Rendsburg wohnt. Sie stört sich sehr daran. „Und ich bin nicht die einzige“, sagt sie.

Bei der Straße handelt es sich um einen verkehrsberuhigten Bereich, der umgangssprachlich auch Spielstraße genannt wird. Und sie ist eine unechte Einbahnstraße, die, obwohl die Einfahrt von der Kieler Straße aus verboten ist, trotzdem in beiden Richtungen befah-ren werden darf. „Kaum jemand hält sich an die Schrittgeschwindigkeit“, klagt die Anwohnerin. „Ich bin schon angepöbelt worden, weil ich so langsam fahre.“

Ihrer Beobachtung nach spielen so um die zehn, zwölf Kinder unterschiedlichen Alters auf der Straße, auch Kinder ausländischer Mitbürger. Sie findet das gut, denn es gehe ja auch darum, Kontakte aufzubauen, sagt sie. Aber sie habe Angst. Auch um ihren achtjährigen Enkel, wenn er bei ihr zu Besuch ist. „Ich möchte nicht, dass hier jemand umgefahren wird“, betont sie. Zudem würde der erlaubte Gegenverkehr die Straße zeitweise so verstopfen, dass im Notfall ein Rettungswagen nicht mehr zügig durchkäme. Durch den Schnellimbiss an der Ecke sei alles noch schlimmer geworden. Kunden, die dorthin wollten, fahren nach ihrer Beobachtung von der Kieler Straße aus in die Idstedtstraße, obwohl die Einfahrt verboten ist. Und sie parkten alles zu, weil es dort keine Parkfläche gibt. „Mit Gehwagen, Rollstuhl oder Kinderwagen kommt dann niemand mehr durch.“

Die Anwohnerin möchte, dass die Straße wie früher wieder zur ganz normalen Einbahnstraße wird. Mehrfach habe sie versucht, den Bürgermeister zu dem Thema zu erreichen, habe mit dem Chef vom Ordnungsamt telefoniert. Man habe ihr gesagt, es sei doch ein zweites Einfahrt-Verboten-Schild aufgestellt worden. „Ich kann es von Bürgermeister und Ordnungsamt nicht verstehen, dass erst so lange gewartet wird, bis etwas passiert.“ Nun, nach erneuter Anfrage vor ein paar Tagen, habe der Bürgermeister zurückgerufen und gemeint, er wolle sich kümmern, mit seinem Fachbereichsleiter sprechen und sich wieder melden, sagt sie. Große Hoffnung, dass sich etwas ändert, habe sie jedoch nicht. Die macht ihr auch Bürgermeister Pierre Gilgenast auf Nachfrage nicht. Nachdem vor fünf Jahren die Beschilderung geändert wurde, ergäben sich immer wieder mal Nachfragen, teilt er mit. Die Situation dort sei eine besondere. Durch die Beruflichen Schulen in der Nachbarschaft komme es mitunter zu erheblichem Fahrzeugverkehr. „Der eine freut sich über die unechte Einbahnstraße, in der er wenden kann, der nächste ist für eine Sackgasse.“ Es habe schon Diskussionen im Bauausschuss darüber gegeben. Die Beschilderung wurde mit einem zusätzlichen Schild deutlicher gemacht. Dennoch habe er das Ordnungsamt gebeten, noch einmal Kontakt mit der Polizei aufzunehmen, um zu überprüfen, ob sich an die Anordnungen gehalten werde. Auch vor dem Hintergrund, dass sich die Situation durch den Gewerbebetrieb verändert haben könnte. „Aber wir müssen auch den Schulverkehr dort beachten“, macht er deutlich. „Insofern spricht vieles für die bestehende Anordnung.“

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